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ETI orientiert sich an Restaurantführer

Tourismus: Wer punkten will, muss zahlen

Bad Nenndorf (fox). Nach Veröffentlichung des Innenstadtkonzepts hat die Stadt Bad Nenndorf im Fremdenverkehrsausschuss eine weitere, bereits seit sechs Monate vorliegende Studie, veröffentlicht: Das Gutachten des Europäischen Tourismusinstitutes (ETI). Darin wird die Stadt Bad Nenndorf unter 158 weiteren Kurorten anhand von rund 1000 Kriterien bewertet. Der Wirtschaftsförderer der Stadt, Martin Rode, stellte das umfangreiche Gutachten auszugsweise und komprimiert vor.

veröffentlicht am 23.05.2008 um 00:00 Uhr

Martin Rode

So viel ist klar: die Stadt muss einiges tun, um sich in der Rangfolge folgender Studien weiter oben zu platzieren. Die Frage ist, ob die Stadt diesüberhaupt uneingeschränkt möchte. Denn die Interpretation einzelner Bewertungsergebnisse löste im Fremdenverkehrsausschuss teils heftige Debatten aus. Beispielsweise vermisst die ETI Restaurants mit dem Prädikat "gut und günstig" (Rang 15 von 158). Die anonymen ETI-Tester hatten sich bei ihrer Suche auf den "Varta"-Gastronomie-Führer verlassen und waren nicht fündig geworden. Bad Nenndorfs Bürgermeisterin Gudrun Olk: "Wir haben hier günstige Restaurants, ich bin noch nie mit diesem Restaurant-Führer auf die Suche gegangen und habe dennoch etwas günstiges zu Essen gefunden." Henning Jürgens, Vorstand der Interessengemeinschaft Bad Nenndorf (IGBN): "Wenn die ETI auf diese Weise bewertet hat, stelle ich das gesamte Gutachten in Frage." Das Problem liegt hierbei in der Sache: Es gibt etliche Restaurantführer. Will sich die Gastronomie dort wiederfinden, muss sie zahlen. "Wir haben keinen Anlass, uns mit dem Ergebnis zu verstecken", hat Ausschussvorsitzender Fritz Varwig den Ausgang der Studie (siehe Kasten) kommentiert. Er wertet die Ergebnisse als Anreiz für die Stadt, sich zu verbessern und zu stärken, wofür er breite Zustimmung erhielt. Die Geschäftsführerin der Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT), Silke Busche: "Ich sehe diese Studie als Momentaufnahme." Die Ergebnisse seien im Ganzen rund ein Jahr alt. "Hier hat sich seitdem einiges getan." Sie spielt damit auf das Kriterium "Atmosphäre" an, bei dem Bad Nenndorf nur im Mittelfeld abgeschnitten hatte (Rang 63 von 158). Die Ceha-Bock-Baustelle und A 2-bedingtes höheres Verkehrsaufkommen dürften dazu beigetragen haben. Busche hält die Studien für sehr wichtig, da sie zeigten, ob Bad Nenndorf mit seinen Maßnahmen "richtig liegt". "Wir sind alle gemeinsam auf einem guten Weg." "Bad Nenndorf hat leicht gestaltbare Software-Qualitäten", stellte Rode fest. Damit meint der Wirtschaftsförderer Aufgaben, die sich verhältnismäßig schnell und ohne größeren finanziellen Aufwand umsetzen ließen. Diese könnten in einigen Fällen die "Hardware-Qualitäten, die richtig Geld kosten", überdecken und den atmosphärischen Eindruck zunächst steigern. "Wenn wir weiter hoch wollen, müssen wir jedoch investieren", sagte Rode. Unter anderem betreffe dies die Sanierung der Kurpromenade. Dies sieht das Innenstadtkonzept auch vor. Stadtdirektor Bernd Reese will die Studie als "Grundlage für Fördergeld" nicht unterbewerten. Die Politik setzt zunächst auf die Verbesserung der Atmosphäre mit "Software-Maßnahmen". So empfiehlt der Fremdenverkehrsausschuss, die Ortszufahrt von der B 442 zu verschönern - nach Angaben Rodes sei hierfür bis zum Jahr 2013 GFVG-Fördergeld abrufbar. Das "Innenmarketing" soll auf die Gastronomie bezogen gestärkt werden, zudem nahmen die Politiker die Idee für eine Wetterstation in ihre Empfehlung auf. Obwohl die KurT längst damit begonnen hat, sollen die verkaufsoffenen Sonntage gemeinsam mit IGBN, Händlern und KurT über die vier gesetzlichen Termine hinaus ausgebaut werden. Sind die Punkte umgesetzt, hat die Stadt ihr erstes "Software-Update" erhalten.



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