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Festkonzert zum 275. Geburtstag Friedrich Bachs / "Misere"-Erstaufführung in Schaumburg / Exzellente Nachwuchskünstler

Tosender Beifall in der Stadtkirche belohnt "Ausgrabung"

Bückeburg. Zum 275. Geburtstag von Johann Christoph Friedrich Bach hatte Siebelt Meier in der Stadtkirche ein ganz besonders ansprechendes Chor- und Orchesterkonzert vorbereitet, das den Zuhörern lange in Erinnerung bleiben wird.

veröffentlicht am 12.11.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Motivisch inspiriert, widmeten sich Kantorei und Jugendkantorei, das Barockorchester "L´Arco" aus Hannover sowie die vier exzellenten Nachwuchs-Künstler Helen Rohrbach (Sopran), Sarah Ferede, (Alt), Simon Bode (Tenor) und Daniel Eggert (Bass), Freitagabend dem facettenreichen "Misere" (Psalm 51), das der Bückeburger Hofkapellmeister dereinst mit üppigem Figurenwerk ausstattete. Es handelte sich dabei um eine 1975 wiederentdeckte, mehr als lohnenswerte "Ausgrabung", von der bisher im Schaumburger Raum noch keine einzige Aufführung zu erleben war. Um so mehr freute sich das Publikumüber Siebelt Meiers erfolgreiche Bemühungen. Im Verein mit den ebenso feinfühlig wie lebendig musizierenden Instrumentalisten lauschte man unter des Kantors punktgenau forderndem Dirigat einer chorischen Klangkultur, die das Leistungsvermögen von dem empfindungstief singenden Ensembles unterstrich. Ging bei einigen Sängerinnen im Eifer des Gefechts die stimmliche Verve mal ein wenig durch, so tat das dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch. Zudem bestachen die Solisten: der in allen Lagen strahlkräftige, wandlungsfähige Sopran, der kantabel geführte Bass, der wohl- und volltönende Alt sowie der höhen- und stilsichere Tenor. Klar, dass die Einstudierung bei den Anwesenden nachhaltige Wirkung hinterließ. Gleich anschließend stand eine weitere Besonderheit auf dem Programm: Friedrich Bachs "Ich liege im Schlafe". Hier waren wieder die Choristen gefordert und meisterten ihre Aufgabe abermals beachtenswert. Den Schluss- und hinreißenden Schwerpunkt des Abends bildete dann die koloritreiche "Nelsen-Messe" von Joseph Haydn, der wie Bach 1732 auf die Welt kam. Erneut stellten die jugendfrischen, stimmstarken Gesangs-Solisten ihre Qualitäten in bester Auslotung mit dem bemerkenswerten Orchester und dem sich in Topform befindenden Chor unter Beweis. Die schillernde Komposition gab den Interpreten allerdings manch harte Nuss zu knacken. Wie gewandt sie jedoch auf Siebelt Meiers entschiedene, aber differenzierte Zeichensprache reagierten und die wechselnde Dynamik fast trennscharf gegeneinander absetzten, ohne Prägnanz und Tiefe des Gesamtausdrucks aus den Augen zu verlieren, all das verdient einhellige Anerkennung. Die Sopran-, in diesem Falle Koloratur-Sopran-Partie, leuchtete jetzt übrigens Sarah Davidovic helltimbriert und glockenklar aus. Wie ihre Vorgängerin, die talentierte Helen Rohrbach, stammtauch Sarah aus heimischen Gefilden, und Bass Daniel Eggert erblickte ebenfalls in Bückeburg das Licht der Welt - diese schöne Tatsache sei schnell noch am Rande der rundherum gelungenen, lebhaft beklatschten Veranstaltung erzählt.



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