weather-image
13°
10 Millionen Euro zurückzahlen?

"Tolle Ideen zur Rettung der EWR gibt es nicht"

Weserbergland (ni). Der erste Experte hat gleich abgewinkt und der zweite, der sich in Begleitung der Fraktionsspitzen des Hameln-Pyrmonter Kreistages einen Eindruck von der "Erlebniswelt Renaissance" im Hamelner Hochzeitshaus verschafft hat, machte offenbar auch keine Hoffnung. "Tolle Ideen zur Rettung der EWR gibt's nicht." Mit diesen Worten fasst CDU-Fraktionschef Otto Deppmeyer später das Ergebnis dieses Rundgangs zusammen. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis zogen die Politiker anschließend in interfraktioneller Runde: "Die Sache ordentlich zu Ende bringen und in Ruhe überlegen, wie man eine vernünftige Nutzung des Hauses hinkriegt", so Deppmeyer.

veröffentlicht am 01.03.2008 um 00:00 Uhr

Doch während Deppmeyer offen von "Abwicklung" spricht und keinen Hehl daraus macht, dass er dem Projekt im Hochzeitshaus keine Zukunft mehr gibt, wählt der Erste Kreisrat Carsten Vetter sehr viel vorsichtigere Formulierungen. Im interfraktionellen Gespräch, an dem auch die Verwaltungsspitze teilgenommen hat, sei Übereinstimmung darin erzielt worden, dass der Landkreis für die EWR "in ihrer jetzigen Ausrichtung kein Geld mehr nachschießt". Darüber hinaus sei vereinbart worden, "weitere Gespräche mit Experten zu führen mit dem Ziel einer ordentlichen Umstrukturierung des Hochzeitshauses Handin Hand mit dem Land Niedersachsen und den EWR-Gesellschafter land kreisen". Und außerdem seien sich alle Beteiligten darin einig gewesen, "eine dreimonatige Denkpause einzulegen". Eine Entscheidungüber Sein oder Nichtsein der "Erlebniswelt Renaissance", bestätigt Vetter, wird durch diese Vereinbarung der maßgeblichen Entscheidungsträger noch einmal hinausgeschoben. Eigentlich sollte sie in der Sitzung des Hameln-Pyrmonter Kreisausschusses am kommenden Dienstag, 4. März, fallen, jetzt ist es sogar fraglich, ob die Zeit bis Juni ausreicht. Otto Deppmeyer jedenfalls sieht weniger Grund zur Eile als vielmehr die Notwendigkeit, "die Abwicklung der Erlebniswelt in Ruhe und rechtlich sauber vorzubereiten, schließlich geht es um zehn Millionen Euro". Nämlich um die zehn Millionen, die an EU-Fördergeldern in dem Projekt stecken. Und von denen bis heute keiner genau weiß, ob und von wem sie zurückgezahlt werden müssen, wenn die Lichter im Hochzeitshaus endgültig ausgehen. Empfänger des Zuschusses aus Steuergeldern ist die aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden gebildete Erlebniswelt Renaissance GmbH. Und die muss dafür geradestehen, dass das Geld entsprechend seinem Bestimmungszweck verwendet wurde. Was schwerfallen dürfte, wenn die als "Herzstück der Erlebniswelt" propagierte und finanzierte Inszenierung im Hochzeitshaus plötzlich verschwindet und in dem mit EU-Mitteln umgebauten Prachtbau plötzlich etwas stattfindet, was mit der EWR gar nichts mehr gemein hat. Die Probleme, die die GmbH wegen des Hochzeitshauses am Hals hat, "sind nicht einfach zu lösen", sagt Deppmeyer; und schon gar nicht könne der Landkreis Hameln-Pyrmont hier irgendetwas im Alleingang erledigen. "Die Mitgesellschafter sind immer mit betroffen"; jeder Schritt müsse mit ihnen abgestimmt werden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt