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Mitarbeiter (39) einer Reinigungsfirma bleibt in heißer Asche stecken / Offenbar eigenes Verschulden

Tödlicher Arbeitsunfall im Kraftwerk Veltheim

Veltheim (crs). Am Freitagabend ist ein 39-jähriger Mitarbeiter einer Industriereinigungsfirma aus Braunschweig bei einem Arbeitsunfall im Kraftwerk Veltheim ums Leben gekommen. Beim Reinigen eines Flugasche-Silos war der Mann aus noch ungeklärten Gründen in die 80 bis 100 Grad heiße Asche geraten und nach der Bergung seinen schweren Brandverletzungen erlegen. Besonders tragisch: Nach Angaben der Polizei hatte sich der Mann unter Missachtung von Arbeitsschutzvorschriften offenbar selber in Gefahr gebracht.

veröffentlicht am 23.10.2006 um 00:00 Uhr

Gemeinsam mit einem 35-jährigen Kollegen war der 39-Jährige damit beschäftigt, eine Störung im Aschekreislauf des Kraftwerks zu beseitigen. Hierzu mussten die beiden Arbeiter die auf etwa 80 bis 100 Grad "erkaltete" Asche von außen aus einem Silo absaugen. Da sich ein Ascherest nicht absaugen ließ, stieg der 39-Jährige in das Silo, um die Asche von innen zu beseitigen. Dabei geriet er aus noch nicht geklärten Gründen in die heiße Asche und blieb in der 120 Zentimeter hohen Masse stecken. Trotz der schnellen Alarmierung von Hilfs- und Rettungskräften konnte der Mann wegen der schlechten Zugangsmöglichkeiten erst nach über einer Stunde befreit werden. Aufgrund seiner starken Verbrennungen starb er noch an der Unfallstelle. Wie immer bei Arbeitsunfällen mit tödlichem Ausgang ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei den genauen Unfallhergang. Die Polizei Minden-Lübbecke schließt Fremdverschulden jedoch aus. Ersten Ermittlungen zufolge hat sich der Mann durch den Einstieg ins Silo selber in Gefahr gebracht. Auch der Kraftwerksleitung ist nach Auskunft der Polizei kein Vorwurf zu machen. In einer Pressemitteilung bedauert die Geschäftsführung den Vorfall zutiefst und spricht den Angehörigen des ledigen Toten ihr Mitgefühl aus.

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