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Bis in die Abendstunden ermitteln die Beamten / Flucht-Golf vor zwei Wochen in Gifhorn gestohlen

Tödliche Schüsse im idyllischen Cammer

und Fabian Hahn

veröffentlicht am 26.09.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:48 Uhr

Die Hauptkreuzung im Bückeburger Ortsteil Cammer: Hier tötete ge
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Bückeburg. Weiträumig hat die Polizei den Tatort im Bückeburger Ortsteil Cammer abgesperrt, wo wenige Minuten zuvor einer ihrer Kollegen die tödlichen Schüsse auf einen flüchtigen Tankbetrüger abgegeben hat. Anwohner stehen herum und diskutieren, was sich in ihrer Idylle gleich hinter dem Schaumburger Wald abgespielt hat. Fast wie im Action-Film war ein dunkelblauer VW Golf die Friller Straße entlangkommend mit quietschenden Reifen in die Dankerser Straße Richtung Minden abgebogen, hinter sich Polizeiwagen mit Sirenengeheul. In der Kurve verliert der Golffahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug, rast auf das Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite und prallt gegen einen Baum. Beamte aus dem Nachbarland Nordrhein-Westfalen hechten aus ihren Streifenwagen, einer sichert mit gezogenen Waffe, während der andere den Mann festnehmen will, schildert ein Augenzeuge unserer Zeitung. Kaum ist der Flüchtige aus dem Wagen gestiegen, zieht er aus dem Hosenbund eine Waffe und bedroht die Beamten. Zwei Schüsse fallen, tödlich getroffen sinkt der Mann zu Boden. Seine Begleiterin auf dem Beifahrersitz bleibt unverletzt, muss später mit einem Schock in das Krankenhaus Bethel gefahren werden. Wer die Schüsse abgegeben hat, ob zuvor Warnungen und ein Warnschuss abgegeben wurden und ob es sich um eine echte Waffe handelt, mit der der Polizist, ein 52-jähriger Beamter der Mindener Polizei, bedroht wurde, sind Fragen, die die ermittelnde Staatsanwaltschaft Bückeburg noch nicht beantworten kann: Es seien zwei bis drei Schüsse gefallen, wieviele aus welcher Waffe abgefeuert worden sind, müssten die noch ausstehenden Untersuchungen ergeben, so die Pressemitteilung der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg, die in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft am Abend herausgegeben wird. Möglich ist auch, dass alle Schüsse nur aus der Waffe des Polizisten abgegeben wurden. Bei dem Toten handelt es sich um einen 30-jährigen Mann aus Gifhorn. Wie die 19 Jahre alte "Mittäterin" aus Bremen ist das "Täterpärchen" der Polizei nicht unbekannt. Beide sind wegen Eigentumsdelikten und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Erscheinung getreten. Den Wagen mit Wolfsburger Kennzeichen hatten sie vor zwei Wochen in Gifhorn gestohlen. Mit ihm waren sie kurz vor Mittag auf den Hof einer Tankstelle in Nienstädt gefahren. Für 73 Euro tankten sie voll, wie der Tankwart gegenüber unserer Zeitung schilderte. Sie hätten sich im Auto geduckt, so als ob sie ihre Geldbörse suchen würden. In einem unbeobachteten Moment seien sie ohne zu bezahlen in Richtung Stadthagen davon gefahren. Der Tankwart merkt sich das Kennzeichen und alarmiert die Polizei. DieÜberprüfung ergibt, dass der Wagen als gestohlen gemeldet ist. Beim Eintreffen des Streifenwagens wird der dunkelblaue Golf gesichtet, wie er plötzlich in Richtung Bückeburg erneut an der Tankstelle vorbeifährt. Die Beamte nehmen die Verfolgung auf, ziehen nach und nach weitere Kräfte aus Schaumburg und dem Nachbarkreis Minden-Lübbecke heran. Neun Schaumburger Beamte und vier westfälische Streifenwagen sind schließlich im Einsatz. Über Gelldorf, Rusbend, Quetzen, Lahde und dann nach Cammer geht die "heiße Verfolgungsjagd". Mehrfach kommt es zu Beinaheunfällen und Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer. Aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit und der rücksichtslosen Fahrweise verlieren die Einsatzkräfte zeitweise die Flüchtigen aus den Augen. Bis zu der Kurve in Cammer...

Die Tankstelle in Nienstädt. Hier begann die heiße Verfolgungsja
  • Die Tankstelle in Nienstädt. Hier begann die heiße Verfolgungsjagd, die in Cammer tödlich endet.
Nach dem Abtransport des Leichnams des 30-Jährigen setzen die Er
  • Nach dem Abtransport des Leichnams des 30-Jährigen setzen die Ermittler ihre Arbeit fort.


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