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Die Neuen im Rat: SPD-Ratsfrau Iris van Houten-Eichler (49) will Familienpolitik voranbringen

Todenmannerin ist "echtes Münchner Kindl"

Rinteln (cok). "Ich bin ein echtes Münchner Kindl", sagt Iris van Houten-Eichler (49) aus Todenmann, die jetzt in den Stadtrat eingezogen ist, natürlich für die SPD, keine Frage: "München war immer ein roter Fleck im schwarzen Bayern! Der ?Oberlehrer' Hans-Jochen Vogel, das war mein großes Vorbild!"

veröffentlicht am 20.11.2006 um 00:00 Uhr

"Damit Mütter ohne schlechtes Gewissen arbeiten können": Iris va

Die tatkräftige Krankenschwester arbeitete zunächst als Stationsleiterin in Köln, bis sie mit ihrem Mann nach Rinteln zog, wo er als Chef der Anästhesie ans Kreiskrankenhaus ging, während sie in Minden die Schichtleitung übernahm, um dann 1991 ebenfalls am Rintelner Krankenhaus auf der Intensivstationeinzusteigen. "Ich brauche das einfach, Menschen zu helfen, die schwerkrank sind. Die Säuglingsstation, das wäre nichts für mich gewesen." 1980 wurde sie Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin, und das bedeutete eine erheblich größere Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten und eigene Entscheidungen treffen zu können, sicherlich mit ein Grund dafür, warum sie in ihrer langen Berufskarriere niemals das Gefühl hatte, "ausgebrannt" zu sein. Im Gegenteil: Sie fand noch genug Energie, nicht nur ihren Sohn zu erziehen, sondern sich außerdem bald politisch zu engagieren, im Stadtverband der SPD und die letzten fünf Jahre auch im Ortsrat von Todenmann. "Das Landstraßendorf Todenmann ist nicht gerade ein Dorf, wie man es in Bayern so oft findet, mit Wirtschaften, Läden und der Kirche im Mittelpunkt", sagt sie. "Hier war und ist die Verkehrssituation das Hauptproblem." Dass die Schulbushaltestelle nicht mehr direkt an der L 441 liegt oder dass es einen Fußgängerüberweg mit Bedarfsampel gibt, sind Dinge, die der Ortsrat anschieben konnte. "Ich hoffe sehr, dass wir, um der Kinder willen, unsere Grundschule mit den ersten beiden Klassen behalten können." Fraktionssitzungen im Stadtrat sind für Iris van Houten-Eichler nichts Neues, als Vertreterin des Stadtverbandes war sie jedes Mal dabei. "Aber ich wollte da jetzt richtig mitmachen, eine Stimme haben!" Und diese Stimme will sie verstärkt für die Belange der Familien, speziell solcher mit berufstätigen Müttern einsetzen. "Die Kindergärten brauchen richtig lange Öffnungszeiten, von mir aus sogar bis nach 20 Uhr. Denn: Wer sitzt zum Beispiel an den Kassen der Supermärkte? Immer die Frauen." Der Krankenhauskindergarten mit seinenÖffnungszeiten für Mütter im Schichtdienst sei vorbildlich. Auch die Tagesmütter-Initiative sollte von der Stadt unterstützt werden, damit Frauen ohne schlechtes Gewissen einem Beruf nachgehen können. Sie selbst hatte aus gesundheitlichen Gründen eine Zeit lang ihre Arbeit als Krankenschwester ausgesetzt. Ab März beginnt sie wieder, auf der Aufwachstation in Rinteln. Den Kindergarten braucht sie allerdings nicht mehr - ihr Sohn ist jetzt 16 Jahre alt.

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