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Tipps zum Fahren im Gelände

veröffentlicht am 27.04.2012 um 00:00 Uhr

Für alle, die auf den Geschmack des Fahrens mit Allrad im Gelände kommen wollen, haben wir nachstehend ein paar Tipps zum Fahren im Gelände zusammengetragen.

Tipp 1: Nur wer als Fahrer richtig sitzt, kann in kritischen Situationen auch schnell und richtig reagieren. Beide Hände gehören ans Lenkrad! Und zwar links und rechts außen in der klassischen Viertel-vor-Drei-Stellung.

Aber Vorsicht: Abweichend vom Fahren eines nomalen Pkw, umklammern die Daumen in einem Geländewagen abseits der Straße niemals das Lenkrad, sondern sie liegen locker oben auf! Beim Fahren über Hindernisse oder beim seitlichen Abrutschen des Fahrzeuges kann es durch eine äußere Einwirkung zu einem blitzartigen Drehen des Lenkrades kommen.

Tipp 2: Gepäckstücke und Ladegut müssen immer sicher verstaut und gut befestigt werden. Rutschende Ladung kann schlimme Kettenreaktionen, etwa ein Kippen des Fahrzeugs, auslösen.

Schwere Gegenstände gehören „nach unten“. Bei Geländefahrten ist ein tiefer Schwerpunkt wichtig für das Fahrverhalten. Ein hoher Schwerpunkt verschlechtert das Wank- und Kippverhalten. Auf Dachgepäckträgern sollte grundsätzlich möglichst wenig transportiert werden. Auch hier gilt: Jedes Kilogramm verschlechtert den Schwerpunkt und damit das Fahrverhalten. Außerdem kostet Gewicht auch Kraftstoff.

Tipp 3: Die Steigfähigkeit eines Allrad-Pkw liegt bei griffigem Untergrund bei circa 80 Prozent. Dies ist abhängig von Fahrzeugausstattung, Motorisierung und Beladung. Vor der Steigung sollte die Geländeuntersetzung eingesetzt werden. Dann sanft und gleichmäßig Gas geben, um ein Durchdrehen der Räder zu vermeiden.

Übrigens: Bei Fahrzeugen mit elektronisch gesteuerten Allradsystemen muss in dieser Situation genau gegensätzlich gehandelt werden: Das Gaspedal wird stärker betätigt, um zwischen den Rädern einer Achse eine Differenz in den Radumdrehungen zu erzeugen. Die durchdrehenden Räder werden nun elektronisch durch die Fahrzeugbremse abgebremst und die Antriebsenergie auf das oder die Räder umgeleitet, welche noch Bodenkontakt haben.

Bergab wird der gleiche Gang benutzt wie bergauf. War das Steilstück nur im ersten Geländegang bergauf zu bewältigen, wird diese Gangstufe auch für die Talfahrt gewählt. Für extreme Abfahrten im Gelände gilt: Den ersten Gang in Low Range einlegen und die Motorbremse nutzen.

Tipp 4: Beim Überfahren von Felsen oder Baumstümpfen extrem langsam fahren. Hier kommt die große, serienmäßige Geländeuntersetzung zum Einsatz. Das Fahrzeug „krabbelt“ geradezu im Low Range, mit eingelegtem ersten Gang und im Standgas über die Hindernisse. Auf keinen Fall versuchen, ein Hindernis zwischen die Räder zu nehmen – Ölwanne, Spurstangen, Achsdifferential oder Tank könnten sonst beschädigt werden. Spurrillen in sandigem oder schlammigem Untergrund nur benutzen, wenn Sie das vorausfahrende Fahrzeug beobachten konnten. Der konstruktionsbedingte seitliche Kippwinkel eines Fahrzeuges liegt bei circa 30 Grad. Im Fahrbetrieb sollte stets eine Sicherheitsreserve eingerechnet werden – ein Stein oder ein übersehener Buckel auf dem Weg kann sonst ausreichen, den Grenzwert zu überschreiten.

Tipp 5: Vor Befahren von lockerem Sand kann der Reifendruck bei schlauchlosen Reifen auf bis zu 0,8 bar reduziert werden, um die Auflagefläche zu vergrößern. Dieser Minimaldruck sollte allerdings nicht unterschritten werden – sonst kann selbst bei vorsichtiger Fahrweise der Reifen von der Felge rutschen. Bei reduziertem Reifendruck sind ruckartige Lenkbewegungen und starke Lastwechsel zu vermeiden.

Tipp 6: Vor der Durchquerung von Flüssen oder Wasserlöchern müssen stets Tiefe des Wassers und Beschaffenheit des Untergrundes geprüft werden. Sollte das Fahrzeug in tieferes Wasser rutschen und die Gefahr bestehen, das Wasser angesaugt wird, sofort die Zündung ausschalten, sonst droht dem Motor durch einen sogenannten Wasserschlag ein schnelles Ende. Außerdem stets die Klimaanlage abschalten.

Ein Fluss wird schräg in Strömungsrichtung durchfahren. Vor der Durchfahrt die Scheinwerfer ausschalten oder nur das Standlicht einschalten. Das plötzliche Abkühlen im Wasser lässt die erhitzten Gläser der Hauptscheinwerfer sonst reißen. Nach Schlamm- oder Wasserdurchfahrten muss sofort danach die Bremse betätigt werden, um die Funktionsfähigkeit zu testen.

Tipp 7: Das Wichtigste im Gelände ist stete Traktion. Trotz aller Technik ist ein gefühlvoller Umgang mit dem Gaspedal sehr wichtig, denn auch der teuerste Geländereifen kann keinen Grip aufbauen, wenn er haltlos durchdreht. Ein elektronisch geregeltes Antriebssystem sorgt dafür, dass ein durchdrehendes Rad über das Bremssystem bis zum Stillstand abgebremst wird. Um Beschädigungen zu vermeiden, können die Sperren nur bei eingelegter Geländeuntersetzung zugeschaltet werden.

Tipp 8: Geländewagen verfügen über ein Anti-Blockier-System. Es verhindert bei starkem Bremsen das Blockieren der Räder und damit ein Ausbrechen des Fahrzeuges auf nasser oder rutschiger Fahrbahn. Auf Schotter, Sand oder in tiefem Schnee sollte das ABS hingegen abgeschaltet sein.



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