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Serie von Sachbeschädigungen in Goldbeck / Schafe vergiftet, auf Katze geschossen, Lampen zerstört

Tierquäler und Vandalen verunsichern ein Dorf

Goldbeck (ima). Mit dem ruhigen Landleben ist es zurzeit auf dem Taubenberg nicht weit her. In der vergangenen Woche wurden ein Pkw und eine Straßenlaterne von bislang unbekannten Tätern beschädigt. Eigentlich keine großen Sachen, aber die Fälle reihen sich ein in eine lange Serie ungeklärter Sachbeschädigungen. Die Goldbecker sind verunsichert und empört.

veröffentlicht am 14.03.2007 um 00:00 Uhr

Die demolierte Straßenlampe.

"Auf der Beifahrerseite ist unter dem Scheibenwischer ein Einschlagloch, davon gehen Risse sternförmig ab", beschreibt Petra Breyer den Schaden an ihrem Renault Twingo. "Da muss jemand mit einem spitzen Gegenstand immer wieder draufgekloppt haben." Petra Breyer muss die komplette Scheibe erneuern lassen: "Da hört bei mir der Spaß auf, das kostet mich mindestens 500 Euro." Außerdem ist ein Fenster im Wohnwagen ihrer Eltern aufgebrochen worden. Breyer hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ein Weg, den auch Dieter Budde gehen will. Der Ortsbürgermeister hat am Sonnabendmorgen die beschädigte Straßenlaterne an der Bushaltestelle entdeckt. Die Täter hatten außer Scherben auch eine Aluleiter zurückgelassen. Budde hat diese sichergestellt und hofft, dass sich der Eigentümer bei ihm meldet. "Wir hatten schon länger Probleme, in denletzten zwei bis drei Monaten war das besser geworden, jetzt fängt die Serie offensichtlich wieder an," sagt Budde. Er habe bereits versucht, durch einen Aufruf im Dorf für Ruhe zu sorgen - ohne Erfolg. Alles, was jetzt passiere, werde auch konsequent der Polizei gemeldet. Allein im Vorjahr sind der Rintelner Polizei sieben Vorfälle in Goldbeck bekannt geworden: So wurden Autoreifen zerstochen, Silageballen abgewickelt, Blumenkübel zerstört und in Gärten geworfen, die Grillhütte beschädigt und Hauswände mit Eiern beworfen oder mit schwarzer Farbe beschmiert. "Das istärgerlich für die Bewohner", sagt der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, Uwe Steding, aber: "Die Vorfälle verteilen sich über das ganze Jahr, ohne dass sich ein Tatort oder eine bestimmte Tätergruppe herauskristallisiert." Manche Vorfälle würden der Polizei allerdings erst gar nicht gemeldet, da einige Betroffene versuchten, ihre Angelegenheiten untereinander zu regeln. So wollte auch Familie Todtenhaupt vorgehen. Eine Softairpistole ist ihrer Katze Pico aufs Auge gehalten und abgedrückt worden. Das Projektil sitzt immer noch im Kopf der siebenjährigen Katze, bei einer operativen Entfernung hätte das Auge des Tieres nicht mehr erhalten werden können. Pico leidet unter Entzündungen. Die Familie hatte gehofft, dass sich Täter oder Zeugen freiwillig melden würden: "Wir wollten nicht die Tierarztkosten erstattet bekommen. Wir wollten einfach nur wissen, wie das passiert ist", sagt Iris Todtenhaupt. Gemeldet hat sich bis heute niemand. Ähnlich ernüchtert sind Julia und Jens Hoppe. Sie haben am Ortsrand einen Garten und eine Schafweide unterhalten - das ist jetzt vorbei. Es begann damit, dass im Jahr 2005 der Garten verwüstet worden ist. Ein nahe gelegener Glascontainer wurde umgeworfen, die Flaschen sind dann bis auf die Weide gerollt. Im letzten Sommer zeigten mehrere Schafe Vergiftungserscheinungen: "Ich habe die Wiese untersucht, aber nichts Giftiges gefunden", erinnert sich Jens Hoppe. Das Veterinäramt konnte an einem eingeschläferten Tier Erkrankungen zwar ausschließen, die Art der Vergiftung aber auch nicht mehr nachweisen. Im September fand Hoppe dann das Holzgatter auseinandergeschlagen auf der Weide. Die Polizei will die Fälle aufklären, deshalb seien vor allem konkrete Zeugenaussagen wichtig. Wer etwas beobachtet hat, sollte sich unbedingt auf der Rintelner Dienststelle melden, appelliert Steding an die Goldbecker.

Im letzten Sommer zeigten mehrere Schafe Vergiftungserscheinunge
  • Im letzten Sommer zeigten mehrere Schafe Vergiftungserscheinungen. Im September lag das Holzgatter zerschlagen auf der Weide. Nur drei oder vier der Tiere will Jens Hoppe noch behalten. Fotos: ima


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