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Vor Gericht: Rechtsanwalt verklagt Rentner / Rauferei im Englischen Garten

Tierische Klopperei geht in Runde drei

Bad Eilsen/Bückeburg (ly). Zweieinhalb Jahre nach einer tierischen Klopperei im Englischen Garten von Bad Eilsen beschäftigt der Fall zum dritten Mal ein Gericht, diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Beim Gassigehen mit ihren Vierbeinern waren ein Rentner und ein Rechtsanwalt im Oktober 2005 über einen Haufen in Streit geraten, den der Hund des Juristen im Park hinterlassen hatte.

veröffentlicht am 06.05.2008 um 00:00 Uhr

Der Rentner klagte daraufhin durch zwei Instanzen, wobei er zunächst unterlag und dann vor dem Bückeburger Landgericht zumindest teilweise recht bekam. Die Berufungsrichter sprachen ihm insgesamt 845 Euro an Schmerzensgeld und Schadensersatz zu, ungefähr halb so viel wie erhofft. Hinzu kamen noch einmal etwa 50 Euro für außergerichtliche Kosten. Das Urteil der 2. Zivilkammer (wir berichteten), gestützt auf die Aussage eines Augenzeugen, ist rechtskräftig. Der Zeuge hatte den zweiten Teil der Auseinandersetzung beobachtet, als der Rentner am Boden lag. Er konnte sehen, wie der Jurist den Unterlegenen vor den Brustkorb trat und mit einer (Welpen-)Leine auf die Hände schlug, Letzteres gleichzweimal. Jetzt klagt zur Abwechslung mal der Rechtsanwalt. Vor dem Bückeburger Amtsgericht fordert er rund 600 Euro und trägt vor, der Rentner habe ihn mit einer metallbesetzten Hundeleine gegen den Kopf geschlagen. Dies soll in Part eins der Klopperei geschehen sein, den allein die Gattin des Juristen verfolgt haben will. Sobald der Prozess fortgesetzt wird, soll die Frau dazu vernommen werden. Der Kläger hofft offenbar, dass sich bis dahin weitere Zeugen melden. "Man hat ja doch noch ein Stück Hoffnung", erklärte er. "Vielleicht kommt jemand, der das gesehen hat. Es war direkt unter dem Fenster des Bürgermeisters." Bisher muss der Advokat einräumen, "dass ich für den üblen Teil der Auseinandersetzung keine Zeugen habe". Nach Auffassung von Rechtsanwalt Stefan Diekmann, der den Rentner vertritt und diesen eindeutig für das Opfer hält, kann es solche Zeugen auch gar nicht geben. Es handele sich um ein "Verfahren, das von Anfang an mit gelogenem Vortrag geführt wurde", so Diekmann an die Adresse des Kollegen auf der Gegenseite. Wie auch immer: Unmöglich erscheint jedenfalls eine außergerichtliche Einigung. Einen Vergleichsvorschlag von Richter Armin Böhm haben die Parteien während einer ersten mündlichen Verhandlung abgelehnt. Bereits im Vorfeld der Zivilprozesse waren zwei Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingestellt worden.



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