weather-image
Vor Gericht: Unfall in Krankenhagen / 21-Jähriger kommt glimpflich davon: 100 Euro Geldbuße

Tiefer gelegter BMW knallt gegen Hauseingang

Rinteln (maf). Knapp ein Jahr nach einem spektakulären Unfall auf der Extertalstraße in Krankenhagen ist der 21-jährige Unfallverursacher nun vor dem Amtsgericht mit einer Geldbuße von 100 Euro davongekommen. Der inzwischen in der Nähe von Hildesheim wohnende Auszubildende war nach einem riskanten Überholmanöver mit seinem tiefer gelegten BMW von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Hauseingang gekracht.

veröffentlicht am 27.09.2008 um 00:00 Uhr

Am 10. Oktober vergangenen Jahres war der Angeklagte gegen 18 Uhr in Richtung Bösingfeld unterwegs. Vor ihm fuhr seit längerer Zeit ein Sattelschlepper mit einer Geschwindigkeit von nur etwa 35 Stundenkilometern. In Krankenhagen entschied sich der 21-Jährige, mit seinem Wagen an dem Lkw vorbeizuziehen. Trotz durchgezogener Mittellinie überholte er in Höhe der Bahnschienen den Sattelschlepper und scherte wieder ein. In diesem Moment wollte ein Renault vom Jibi-Parkplatz auf die Extertalstraße abbiegen. Der Angeklagte versuchte auszuweichen, geriet mit dem BMW aber gegen einen Bordstein und durchbrach eine Hecke. Schließlich landete der Wagen an einem Hauseingang. "Plötzlich schoss ein Auto an mir vorbei", sagte die Renault-Fahrerin über die gefährliche Situation. Der BMW hatte nur noch Schrottwert, an Haus und Garten entstand ein Schaden von mehr als 3000 Euro. Bei einem Ortstermin hatten sich die Prozessbeteiligten ein Bild von der konkreten Verkehrssituation in Krankenhagen gemacht. Dabei kamen sie allerdings zu unterschiedlichen Bewertungen: Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah in dem Geschehen eine Straftat, nämlich eine Straßenverkehrsgefährdung. Sie forderte neben einer Geldstrafe über 1000 Euro auch die Entziehung der Fahrerlaubnis. Rechtsanwalt Thomas Grell stufte dagegen den Vorfall lediglich als Bußgeldsache ein. "In dem Moment, als er überholte, dachte er, er hätte freie Sicht", meinte der Verteidiger. Eine fehlerhafte Einschätzung der Verkehrssituation sei aber keine Rücksichtslosigkeit, argumentierte er. Richter Christian Rost folgte letztlich im Wesentlichen Grells Auffassung.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare