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Gesamtsieg in der HTGT-Serie / "Zweitakt-Säge" holt maximale Punktzahl / DKW mit 190 Sachen

Theophil Hey schreibt erneut Rennsportgeschichte

Bückeburg (bus). Der Bückeburger Mediziner Dr. Theophil Hey hat einmal mehr Autorennsportgeschichte geschrieben. Ein Jahr nach dem Klassensieg in den vom AvD ausgeschriebenen HTGT-Rennen (Historische Tourenwagen- und GT-Trophy) sicherte sich der 64-Jährige jetzt den Gesamtsieg der Serie. "Am Ende überlegen", schreibtdie Fachpresse, habe Hey mit einem lupenreinen Durchmarsch die Konkurrenz hinter sich gelassen. Zum ersten Mal in der 20-jährigen HTGT-Geschichte sei ein DKW-Fahrer Champion geworden.

veröffentlicht am 17.10.2006 um 00:00 Uhr

"Hey-Speed" auf dem Nürburgring: Dr. Theophil Heys modifizierter

Die Formulierung "Am Endeüberlegen" trifft die Tatsachen ein wenig unpräzise - Hey dominierte den Wettbewerb vom ersten bis zum letzten der zwölf Wertungsläufe und erreichte mit 282 Punkten die maximal mögliche Zählerausbeute. "Eigentlich bin ich, was das Fahren anbelangt, ja ein ziemlicher Laie", gestand der Pilot eines 94 PS starken DKW F12 beim Saisonfinale auf dem Nürburgring. Er sei eher ein Techniker und habe erst vor zwei Jahren den Entschluss gefasst, sich ins Renngetümmel zu stürzen. Der in sechs Doppelläufen (Hockenheim, Lausitzring, Salzburg, Oschersleben, und zweimal Nürburgring) ausgefahrene Cup gilt unter Experten als deutsche Meisterschaft. "Wir haben eines der zahlenmäßig stärksten Starterfelder im historischen Motorsport", verdeutlicht Koordinator Rainer Klockenhoff. Mit mehr als 40 Nennungen habe die HTGT 2006 erneut ein Ausrufezeichen gesetzt. Hey betrachtet den Gesamtsieg trotz der aktuellen Dominanz als einmaliges Ereignis. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir das noch einmal gelingt", sagt der Oldtimer-Spezialist. Dennoch werde er - selbstverständlich - versuchen, seinen Titel 2007 zu verteidigen. Heys knallroter F12 - Szeneschnack: Zweitakt-Säge - verfügt über etliche Besonderheiten. "Direkte Lenkung, Verstärkung der Antriebswellen, Vergaser, Auspuff und ein spezieller Motorblock", nennt der Champion als Beispiele. Aber bis auf Überrollbügel, Feuerlöscher und Sicherheitsgurt, unterstreicht der Allgemeinmediziner, richte sich alles nach den für die Ausschreibung relevanten Bestimmungen des Jahres 1965. Die Modifizierungen schieben den Zweitakter (900 Kubik) mit mehr als der doppelten Kraft der ursprünglichen Motorleistung (Werksangabe seinerzeit: 45 PS) voran. Hey hält - "mit einer langen Übersetzung" - eine Spitzengeschwindigkeit von 190 Stundenkilometern für realistisch. Hey-Speed sozusagen. Das Siegerauto ist bis voraussichtlich Ende November in den Räumen von "Mobile Partners" (Kreuzbreite) in Augenschein zu nehmen. Ob Heys Bemühungen in der bevorstehenden Saison von Erfolg gekrönt sein werden, ist wesentlich auch vom Fortschritt des aktuell Zweitplatzierten abhängig. Der Vizemeister (Zusatz in den Verbandsaufzeichnungen: "jun.") ist dem Titelträger nicht völlig unbekannt - es handelt sich um seinen Sohn, der ebenfalls auf den Namen Theophil Hey hört.

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