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"Die Schöne und das Biest": Besucher der ausverkauften Premiere feiern Theatergruppe frenetisch

The Batzüberzeugen: "Einfach grandios!"

Bad Nenndorf (ede). Nicht einmal das Drehbuch hätte die Reaktionen des Publikums besser in Szene setzen können: Mit stehenden Ovationen haben die Nenndorfer am Freitagabend das Algesdorfer Ensemble "The Batz" gefeiert. Geglückte Premiere also für "Die Schöne und das Biest". In dieser Woche wird es nach den Vorführungen am Freitag und Sonnabend weitere Aufführungen geben. Nach der fulminanten Erstaufführung, die mit rund 260 Zuschauern ausverkauft war, dürften weitere Karten schnell vergriffen sein.

veröffentlicht am 11.11.2008 um 00:00 Uhr

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Einfach "grandios" - so urteilten die Zuschauer am Freitagabend, nachdem sie dieüber dreistündige Vorstellung vor großem Publikum gesehen hatten. Ein mehr als gelungener Auftakt also für die Darsteller um die "Batz"-Chefin Maren Müller. Die Algesdorfer toppen mit dem Theaterstück von Andreas Ludin, der für die "Batz"-Truppe eine auf Motiven von Jeanne-Marie Leprince den Beaumont basierende Fassung schrieb, die bisherigen Erfolge. Erstmals spielten sie "richtig" Theater, nachdem sie bislang als "Play-Back-Akteure" agiert hatten. "Für uns eine Riesenherausforderung", gestand Müller nach der Premiere. In gewisser Weise hätten sie gar keine andere Möglichkeit gehabt, denn die Walt-Disney-Version darzubieten, wurde ihnen kurzerhand von dem Weltkonzern untersagt. Andreas Ludin, diplomierter Theaterpädagoge, der sich bereits als Schauspieler der "Kleinen Bühne" sowie als Regisseur und Autor von Theaterstücken einen Namen gemacht hat, schrieb für sie ein Theaterstück, bei dem die Darsteller einerseits ihre Dialoge selber sprechen müssen, andererseits aber auch weiterhin als Playback-Akteure singen können. Denn auf die Musik, bei der sie sich unter anderem bei Roger Cicero, Rosenstolz und Stefan Gwildis bedienten, wollte Müller auf keinen Fall verzichten. Geradezu meisterhaft gelang den Algesdorfern der Spagat. Selbstsicher, professionell, in Gestik und Mimik schon fast traumhaft sicher setzten sie die Dialoge. Was alles andere als einfach gewesen sein dürfte. Denn mit der Ludin-Inszenierung mussten sie eine Bühnenfassung mit Leben füllen, die romantische wie dramatische Elemente gleichsam enthielt und zudem mit humorigen und schlagfertigen Dialogen gespickt war. Im Kern indes spiegelt auch die für "The Batz" geschriebene Fassung die Motive der Ursprungsversion wider. Es geht um Liebe und Eifersucht und letztendlich um die Befreiung von Schuld in einer geradezu grausam anmutenden Variante. Einfach brillant: Christina Hecht, die in dem Stück die Tochter des wohlhabenden Kaufmanns Bertrand Rochefort spielt und diese Rolle der Bellaine Rochefort in allen ihren Facetten zu verkörpern versteht. Nicht minder eindrucksvoll stellte Dominic Philipps bei der Premiere die Figur des "Biestes" dar, wobei er als furchteinflößendes Wesen dasPublikum ebenso zu überzeugen vermochte wie in der Verkörperung des gefühlvollen "Herrn". Maren Müller überzeugte als Bellaines perfide Stiefmutter derart, dass sich manch einer im Publikum gefragt haben dürfte, ob nicht sie als "Muriel Rochefort" das eigentliche "Biest" im Stück ist...



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