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Perfektes Osterkonzert mit Anton Sjarov

Teufelsgeiger brilliert im Kursaal

Bad Eilsen (sig). Es durften schon einige Gäste mehr sein beim Osterkonzert, zu dem die Gemeinde am zweiten Festtag in den Kursaal eingeladen hatte. Erst zum Osterspaziergang durch den Kurpark und dann zum Kaffeetrinken und gleichzeitigem Ohrenschmaus mit Anton Sjarov und seinem Trio - das wäre doch eine lohnende Mischung gewesen. Wer denNachmittag so ablaufen ließ, hat es nicht bereut.

veröffentlicht am 11.04.2007 um 00:00 Uhr

Mit faszinierender Leichtigkeit und Perfektion handhabt der in Plovdiv (Bulgarien) geborene Violinist sein Instrument. In einem Augenblick wirkt der Einsatz des Geigenbogens wie eine Streicheleinheit, mit der Anton Sjarov sanfte, weiche Töne hervorzaubern will, aber fast im gleichen Atemzug wirken seine Bewegungen auch wieder dynamisch und fordernd. Dann setzt ein Rhythmus ein, der die Füße der Zuhörer unruhig werden lässt. Einiges von der Bandbreite seines musikalischen Könnens ließ der "Teufelsgeiger" im Bad Eilser Kursaal spüren. Seine Anhänger wissen, dass er keine uneinnehmbaren Hürden kennt. Das gilt sowohl für klassische Werke als auch für Jazz, Pop, Rock, Latin, Swing und die aus der jüdischen Volksmusik entwickelten Klezmer-Klänge. Mit einem Programm unter dem Motto "Tango trifft Klezmer" verband Anton Sjarov die Musik unterschiedlicher Kulturen in der Mindener Stadthalle vor einiger Zeit zu einer beeindruckenden Begegnung. Beim Gastspiel in Bad Eilsen nahm sein Trio die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise mit weltbekannten Melodien. Mal mitreißend temperamentvoll, mit fetzigem Rhythmus, mal feurig-kraftvoll und leidenschaftlich wie Zigeunerweisen, auch mal emotional verhaltener, dafür aber sehnsuchtsvoll und romantisch wie Gershwins "Summertime" aus der Oper "Porgy and Bess" und schließlich vibrierend wie Swing und Jazz. Auf dieser Reihe kam es zu weiteren Begegnungen mit bekannten Tonkünstlern, wie Louis (Satchmo) Armstrong (What a wonderful World), Duke Ellington und Dean Martin. Sowohl Balladen als auch bekannte französische Chansons wie "La vie en rose" und Evergreens wie "Besame mucho" und als eine Anleihe von Max Rabe "Der kleine grüne Kaktus" sorgten für beste Unterhaltung und für ein dankbar applaudierendes Publikum. Auch die Zuhörer durften Wünsche äußern. Mit "Du schwarzer Zigeuner" und "C`est ci bon" bereiteten Anton Sjarov und Duju Grubicic (Klavier und Gesang) sowie Günter Fels (Percussion und Gesang) den Gästen eine zusätzliche Freude. Mit dieser Besetzung ist Anton Sjarov schon etliche Jahre unterwegs. In der Vergangenheit gab es aber auch bereits Auftritte in Orchesterstärke. Nach seinem Studium, das ihn unter anderem zum Königlichen Konservatorium nach Brüssel führte, verschaffte sich der zurzeit in Minden wohnende Geiger auch als Komponist einen Namen. Wie gefragt er ist, zeigt sich unter anderem daran, dass er bislang an rund 20 CD-Produktionen mitgewirkt hat.



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