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Polizeipräsident: "120 unvermeidlich"

Tempolimit auf A 2: Heilmann im Alleingang

Samtgemeinden Nenndorf/Rodenberg (fox). Nachdem im vergangenen Jahr auf der A2 zwischen den Anschlussstellen Nenndorf und Auetal-Rehren bei rund 390 Unfällen neun Menschen ums Leben gekommen waren, fordern immer mehr Politiker und Organisationen ein Tempolimit auf diesem Streckenabschnitt. Den Vorstoß machte Auetals Bürgermeister Thomas Priemer mit einem entsprechenden Antrag an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zu Jahresbeginn. Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann hat sich diesem jetzt angeschlossen - ließ jedoch seinen Nenndorfer Amtskollegen Bernd Reese im Regen stehen.

veröffentlicht am 03.02.2007 um 00:00 Uhr

Noch Mitte Januar hatte Heilmann sich skeptisch gezeigt. Am Vortag verkündete er, "keinen Aktionismus" in Sachen Tempolimits-Antrag produzieren zu wollen. Er wolle in Ruhe entscheiden und sich vorallem mit Reese abstimmen, um den Antrag dann gemeinsam zu stellen. Er wolle nur einen Antrag stellen, wenn Reese (und Priemer ja ohnehin) mit "im Boot" sind. Nach Beschwerden von Feuerwehren aus der Samtgemeinde und erheblichem Medieninteresse habe er jedoch schon vor rund 14 Tagen ein enstprechendes Papier an das Wirtschaftsministerium gesandt, sagte er am Donnerstag. Nicht jedoch wegen des Mediendrucks, sondern wegen der Verkehrssituation, wie Heilmann beteuerte. Von einer Absprache mit Reese jedoch keine Spur. Der Nenndorfer Samtgemeindebürgermeister zeigte sich auf telefonische Nachfrage recht verdutzt, dass Parteigenosse Heilmann trotz des angekündigten und von Reese ebenfalls gewünschten Absprache-Vorhabens allein einen Antrag gestellt hat. "Ich weiß nichts von diesem Antrag", sagte Reese. Zu seinem weiteren Vorgehen in dieser Sache wollte sich der Samtgemeindebürgermeister angesichts der neuen Entwicklungen derzeit nicht äußern. Das Schreiben aus Rodenberg ist inzwischen beim Wirtschaftsministerium eingegangen, wie Sprecher Christian Hägele gestern auf Anfrage bestätigte. "Im Tenor schließt sich Heilmann an den Antrag Priemers an", sagte Hägele. Der Priemer-Antrag werde derzeit geprüft, am 29. Januar habe eine Expertenkomission sich bei einer vorgezogenen Verkehrsschau einen Eindruck von der Situation verschafft. "Die Unfallzahlen sind nicht zu ignorieren", sagte Hägele. Die Prüfung der Erkenntnisse dauere nur noch wenige Wochen. Ob die Fahrzeuge auf der A 2 mit Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) oder kurzfristig per Beschilderung abgebremst werden sollen, konnte Hägele nicht sagen. Letztere Möglichkeit sei am unkompliziertesten, da vom Landesverkehsrministerium selbst zu entscheiden. Die VBA jedoch müssten auf Bundesebene bewilligt werden. Unterdessen hat Hannovers Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa für das A 2-Teilstück zwischen Garbsen und Bad Eilsen in Fahrtrichtung Dortmund maximal Tempo 120 gefordert. "Wir halten diesen Schritt auf Grund der Unfallstatistik für unvermeidlich", sagte Klosa.

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