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Zweite Bilanz der Tempomessung: Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt / Noch keine Konsequenzen

Tempo 50 erlaubt - und 143 km/h gemessen

Stadthagen (jl). Die Stadtverwaltung hat eine Bilanz der zweiten umfassenden Geschwindigkeitsmessung gezogen. Die Werte fallen niedriger aus als in der ersten Runde. Es bleiben aber offenkundige Rennstrecken auf den Einfallstraßen an den Stadträndern. Die Verwaltung hofft seit Monaten vergeblich darauf, dass die Polizei Konsequenzen zieht.

veröffentlicht am 15.11.2008 um 00:00 Uhr

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Seit August vergangenen Jahres sind die beiden städtischen Geschwindigkeitsmesser im Wechsel auf mehreren Straßen und besonders an neuralgischen Punkten wie Kindergärten und Schulen im Einsatz. In diesem Frühjahr war nach der Auswertung von rund zwei Millionen Fahrzeugbewegungen die erste Bilanz vorgelegt worden. Damals waren die Autofahrer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55,5 km/h unterwegs gewesen. Mehr als die Hälfte -60,3 Prozent - war zu schnell gewesen. Der seinerzeit gemessene Spitzenwert lag bei Tempo 172 auf der Lauenhäger Straße (Höhe TÜV). Dort wurde mit Tempo 143 auch der Spitzenwert der zweiten Messrunde registriert. Bei dieser waren vom 16. April bis zum 10. November knapp 1,2 Millionen Fahrzeugbewegungen registriert worden. Der Aktionsradius der beiden Geräte war dabei von 13 auf zehn Straßen verringert worden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist gemäß den Darlegungen von Claus-Dieter Luchs vom Amt für Ordnung und Bürgerdienste spürbar gesunken -auf nunmehr 49,4 Stundenkilometer. Die gleiche Tendenz gilt für die Quote der Übertretungen -sie liegt jetzt bei 50,7 Prozent. Differenzierter betrachtet, haben sich die Autofahrer innerorts genauer an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten gehalten als auf den Einfallstraßen. So lag die Durchschnittsgeschwindigkeit im langsameren Bereich bei nur 41,3 Stundenkilometer und die Übertretungsquote sogar bei nur 15 Prozent. Auf den Einfallstraßen betrug das Durchschnittstempo 54,8 und die Übertretungsquote stolze 72 Prozent. Als positives Beispiel führt der Bericht den Busbahnhof an der Jahnstraße an, der beim ersten Messdurchgang eher negativ aufgefallen war. Dort lag die Maximalgeschwindigkeit zwar noch bei 100 Stundenkilometern, der Durchschnitt aber bei 39,7 km/h. Als negativ führte Luchs die schon erwähnte Lauenhäger Straße an -mit einem Durchschnittstempo von 59,2 km/h und einer Übertretungsquote von satten 84 Prozent der rund 53 000 vorgenommenen Messungen. Nur: Die Polizei, der die Ergebnisse der ersten Messrunde laut Luchs seit Ende April vorliegen, sei immer "noch beim Abarbeiten". Das heißt: Es gibt keine Kontrollen an den neuralgischen Punkten. Grund sollen zwei Wechsel in der Leitung des Einsatz- und Streifendienstes in diesem Jahr sein. Die jetzige Leiterin habe Maßnahmen versprochen.



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