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Feuerwehr Rehren 2006 zu 22 schweren Einsätzen auf die Autobahn gerufen / Verkehrsunfallzahlen steigen drastisch an

Tempo 100 für alle und Überholverbot für Lkw gefordert

Rehren (la). Zu 60 Einsätzen sind die Auetaler Feuerwehren im vergangenen Jahr ausgerückt. Davon entfielen 43 auf die Ortsfeuerwehr Rehren-Westerwald. 22 Mal wurden deren Feuerwehrleute zu Unfällen auf der Autobahn gerufen. "Die Einsatzzahlen unserer Ortsfeuerwehren aus Rehren-Westerwald und Rolfshagen auf der Autobahn sind drastisch angestiegen. Zwischen 2001 und 2006 haben sie sich mehr als verdoppelt", stellte Bürgermeister Thomas Priemer während der Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr Rehren-Westerwald fest.

veröffentlicht am 10.01.2007 um 00:00 Uhr

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Die Zumutbarkeitsgrenze der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute, insbesondere bei den Stützpunktfeuerwehren in Rehren und in Rolfshagen, sei aufgrund der Anzahl und der Schwere der Verkehrsunfälle bei weitem überschritten. "Die körperliche und seelische Belastung, zu jeder Tag- und Nachtzeit auf der Autobahn Menschenleben zu retten, aber auch Tote zu bergen, sind von den ehrenamtlichen Kräften nicht mehr hinzunehmen", sagte Priemer. Hinzu komme die hohe Abnutzung am technischen Gerät, die die Gemeinde als Träger der Feuerwehren ohne Landes- und Bundeszuschuss finanzieren muss. Daher hat die Gemeinde Auetal jetzt einen Antrag bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hannover, gestellt, ein Überholverbot für Lkw auf dem gesamten Streckenabschnitt im Landkreis Schaumburg einzurichten und die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h für alle Kraftfahrzeuge zu reduzieren. "Diese straßenverkehrsbehördliche Anordnung muss erfolgen, um den Unfallschwerpunkt Schaumburg dauerhaft zu entschärfen und damit die Belastung der Feuerwehren zu minimieren", fordert Priemer. In Folge der derzeitigen Umbaumaßnahmen an der Autobahn zwischen Rehren und Bad Eilsen, mit dem Bau eines Standstreifens, der Installation einer Schallschutzwand und dem Auftragen einer neuen Straßenoberfläche, sind zumindest in der Zeit der zweijährigen Bauphase weitere Unfälle durch Staus, unangepasste Fahrgeschwindigkeit oder eingeengte Fahrbahnverhältnisse zu erwarten. Unfälle in diesem Streckenabschnitten erfolgen aber nicht nur aufgrund der Umbau- und Ausbaumaßnahmen der Autobahn, sondern haben generell ihre Ursache in den geographischen Besonderheiten der Strecke, vor allem im Zusammenhang mit häufig wechselnden Witterungsverhältnissen. "Die Autofahrer aus Hannover kommen aus der Norddeutschen Tiefebene in das Weserbergland mit vielen Gefällestrecken und Kurven, und dort passieren dann die schweren Unfälle", erläuterte Priemer. Seinen Antrag bezieht der Bürgermeister daher nicht nur auf den Bereich innerhalb der Grenze der Gemeinde Auetal, sondern auf den gesamten Streckenabschnitt im Kreis Schaumburg. "Unfälle in diesen Bereichen wirken sich auch auf die Situation innerhalb der Gemeinde Auetal aus, weil dann die Landesstraßen stärker frequentiert werden", so Priemer. Mit einem Pilotprojekt, das Mitte November 2006 angelaufen ist, prüft die Technische Hochschule Wolfenbüttel derzeit die positive Auswirkung von Überholverbot für Lkw und Temporeduzierung auf 100 km/h für alle Kraftfahrzeuge in ihrem Autobahnbereich. "Wir wollen nicht auf Pilotprojekte oder deren Ergebnisse warten, sondern gehen als Gemeinde nach vorn und fordern diese Maßnahmen sofort", sagte Priemer entschieden.

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