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Angehörige der Ex-Kundin entsetzt

Telekom: Erneut "erstklassiges Angebot" an Toten

Landkreis (gus). Ein Automatismus im Bereich der Kundenbetreuung der Deutschen Telekom ist offenbar schuld an ganz und gar geschmacklosen Vorgängen. Wiederholt ist im Landkreis Schaumburg einem verstorbenen Ex-Kunden des Unternehmens ein Angebot für einen Telefonanschluss unterbreitet worden.

veröffentlicht am 05.12.2007 um 00:00 Uhr

Nachdem die Obernkirchenerin Christa Meyer schriftlich den Telefon-Anschluss ihrer verstorbenen Mutter gekündigt hatte, schickte die Deutsche Telekom Kundenservice GmbH binnen vier Werktagen einen Brief an die Adresse der Toten. Nicht etwa eine fehlgeleitete Beileidsbekundung oder eine verkehrt adressierte Abschlussrechnung. "Ein neues und erstklassiges Angebot" sollte der Verstorbenen unterbreitet werden. Näheres könne die Adressatin unter einer kostenlosen Rufnummer erfahren. "Sollten wir Ihr Interesse nicht wecken können, so werden wir Sie zur Klärung verschiedener Details bezüglich Ihrer Vertragsauflösung in den nächsten Tagen telefonisch kontaktieren", hieß es in dem Telekom-Brief weiter. Ausgerechnet am Tag der Beisetzung ist das Schreiben nach Angaben Meyers eingegangen. Die Obernkirchenerin war entsetzt. "Der Satz der Kündigung wurde gelesen. Ist es so schwer, auch den vorherigen Satz zu lesen, weshalb gekündigt wurde?" fragte diese. Als sie sich bei dem Telekommunikationsriesen habe beschweren wollen, sei dort nicht mal ein Wort des Bedauerns gefallen. Dies holte Peter Pfeiffer, Pressesprecher der Telekom, im Pressegespräch aber nach. "Das ist schmerzhaft und bedauerlich. Dafür entschuldige ich mich", sagte dieser. Es handele sich bei dem unpassenden Schriftstück um das "normale Anschreiben", das gewissermaßen den Eingang der Kündigung bestätigen soll und gleichzeitig der Versuch sein soll, den Kunden umzustimmen. "Das hätte in diesem Fall nicht passieren dürfen", betont Pfeiffer. Eine anderslautende Bestätigung hätte an den Absender der Kündigung geschickt werden müssen. Das "erstklassige Angebot" und das Telefonat "zur Klärung verschiedener Details" der Kündigung wären darin nicht zur Sprache gekommen. Leider sei aber ein Automatismus zum Tragen gekommen und dem Sachbearbeiter darüber hinaus ein Fehler unterlaufen. Erst in der vergangenen Woche ist ein Fall in Bückeburg bekannt geworden, bei dem Ähnliches passiert war. Seinerzeit war im Computer der Telekom zwar eine Anschluss-Kündigung, nicht aber die des Verstorbenen, sondern die des Absenders der Kündigung vermerkt worden.



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