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Telefon mit Kurbelantrieb

Rinteln (who). Von der äußeren Erscheinung her ist unser heutiges Fundstück auf jeden Fall ein Telefon, das ist sicher. Nur was für eins? Der Besitzer, der aber nicht der Finder ist, bezeichnet die derbe Apparatur schlichtweg als Feldtelefon, was man so hinnehmen könnte, wenn’s nur ums Prinzip ginge. Zur Erklärung: Das sogenannte Feldtelefon kam Anfang des 20. Jahrhunderts auf und war mit einfacher Bedienung und stabilem Gehäuse ausgelegt für den Einsatz bei Militär und unter Kriegsbedingungen, also „im Feld“.

veröffentlicht am 24.04.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.05.2010 um 12:25 Uhr

Äußerlich wirkt dieses alte rustikale Telefon wie ein Fossil im

Rinteln (who). Von der äußeren Erscheinung her ist unser heutiges Fundstück auf jeden Fall ein Telefon, das ist sicher. Nur was für eins? Der Besitzer, der aber nicht der Finder ist, bezeichnet die derbe Apparatur schlichtweg als Feldtelefon, was man so hinnehmen könnte, wenn’s nur ums Prinzip ginge. Zur Erklärung: Das sogenannte Feldtelefon kam Anfang des 20. Jahrhunderts auf und war mit einfacher Bedienung und stabilem Gehäuse ausgelegt für den Einsatz bei Militär und unter Kriegsbedingungen, also „im Feld“. Es diente zur Verständigung über vergleichsweise kurze Strecken unabhängig von einem festen Leitungsnetz. Der Strom für den Betrieb kam deshalb nicht aus der Steckdose, sondern aus mitgeführten Batterien oder wurde über einen sogenannten Kurbelinduktor, eine Art Dynamo mit Handkurbel, erzeugt.

„Centrale“ auf dem Etikett

Unser Fundstück ist vermutlich ein Verwandter des Feldtelefons und war möglicherweise konzipiert als Simpeltelefon für den Einsatz in einem Industriebetrieb oder als Teil einer Vermittlungsanlage. Das handgeschriebene Wort „Centrale“ auf dem Etikett vorne unten am Gerät deutet jedenfalls darauf hin und lässt dazu auf ein höheres Alter schließen. Dass der Apparat statt der Wählscheibe lediglich einen runden Deckel ohne Grifflöcher trägt, deutet ebenfalls auf eine ganz spezielle Verwendung hin. Vielleicht kennt ja einer unserer Fundstück-Leser solch ein Ding? Dann bitte melden, aber mittels moderner Telekommunikationstechnik.

Auf jeden Fall hätten sich wohl echte Jungs in der Zeit vor dem „Handy“ (eigentlich heißt das ja Mobiltelefon) glücklich geschätzt, solch einen Apparat besitzen und – noch viel mehr – verwenden zu können. Und das nicht nur im Kinderzimmer, wie bei endlos langen Internet-Sitzungen, sondern bei fantasievollen Abenteuerspielen in der freien Natur. Auch wenn das Ding vielleicht niemals mehr richtig funktioniert hätte...

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