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Kirchen rufen zur Teilnahme an Mahnwache auf

"Tat richtet sich gegen die gesamte Stadt"

Obernkirchen (rnk). In einer gemeinsamen Erklärung rufen der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien und der Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde St. Josef zur Teilnahme an der Mahnwache am kommenden Sonnabend auf.

veröffentlicht am 18.01.2007 um 00:00 Uhr

Mit großer Bestürzung, so heißt es in der Erklärung, habe man von der erneuten Schändung des jüdischen Friedhofes erfahren: "Die gezielte Zerstörung von fünf Grabstätten in der Nacht von Silvester auf Neujahr ist das Werk antisemitischer Kreise, die in erster Linie unsere jüdischen Mitbürger bedrohen, aber auch unsere Demokratie untergraben wollen. Wir sind erschrocken und beschämt, dass ausgerechnet in unserem Land wieder - wie in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte - jüdische Friedhöfe Ziele rechtsextremer Straftaten sind. Damit wird die Ruhe der dort beigesetzten Toten bewusst gestört. Die Täter wollen auf diese Weise die Hinterbliebenen der Bestatteten in ihren persönlichen Gefühlen verletzen und sie verunsichern und verängstigen. Zudem treten sie das Engagement all derer mit Füßen, die sich für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Kulturen in unserem Land einsetzen." In der Stadt hätten sich in den vergangenen Monaten viele Menschen und Gruppen für die Erhaltung und Erneuerung des jüdischen Friedhofes stark gemacht, verweisen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat auf das letzte Jahr. Das Benefizkonzert im Sommer in der Stiftskirche habe das eindrucksvoll deutlich werden lassen. Viel Mitgefühl, viel Einsatz und erhebliche finanzielle Mittel seien von der Bürgerschaft Obernkirchens aufgebracht worden, um den Friedhof in einen würdigen und angemessenen Zustand zu bringen: "Den Tätern ist dieses Zusammenstehen ein Dorn im Auge, spüren sie doch, dass ihr Einfluss in Obernkirchen enge Grenzen hat. Ihre hinterhältige Tat richtet sich gegen unsere gesamte Stadt." Dieser "Angriff auf das Zusammenleben" können nicht schweigend hingenommen werden. Gemeinsam und mit vielen Mitbürgern soll öffentlich den Tätern gezeigt werden, "dass die überwiegende Mehrheit der Menschen, die hier leben, ihre Taten verurteilt und ihre Gesinnung strikt ablehnt". Daher bitten Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat alle Bürger Obernkirchens (und insbesondere alle Christen), an der Mahnwache gegen die Friedhofsschändung teilzunehmen. Sie beginnt am Sonnabend, 20. Januar, um 17.30 Uhr und findet statt am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge an der Ecke Bornemannstraße/Strullstraße.



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