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Taschenrechner ohne Strom

Eisbergen (who). Nicht dass jemand meint, Taschenrechner seien eine Erfindung des Elektronik-Zeitalters. Unser Fundstück ist Zeuge dafür, dass es handliche und genaue Rechengeräte zum Mitsichtragen schon mindestens vor dem dritten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts gegeben hat. Es ist ein Taschenrechner vom Typ „Correntator“ und er entstammt dem Lieferprogramm einer Firma mit Namen „Continental Büro-Reform, Jean Bergmann GmbH Berlin“. So bezeichnet ihn jedenfalls die Aufschrift auf der „Benutzeroberfläche“.

veröffentlicht am 26.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 04.03.2010 um 15:36 Uhr

Eisbergen (who). Nicht dass jemand meint, Taschenrechner seien eine Erfindung des Elektronik-Zeitalters. Unser Fundstück ist Zeuge dafür, dass es handliche und genaue Rechengeräte zum Mitsichtragen schon mindestens vor dem dritten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts gegeben hat. Es ist ein Taschenrechner vom Typ „Correntator“ und er entstammt dem Lieferprogramm einer Firma mit Namen „Continental Büro-Reform, Jean Bergmann GmbH Berlin“. So bezeichnet ihn jedenfalls die Aufschrift auf der „Benutzeroberfläche“. Vergeblich sucht man aber Folientastatur und digitale Zahlenanzeige, ein Batteriefach oder die Solarzelle für den Elektrobetrieb. Derlei Technik war noch gänzlich unbekannt, als unser Fundstück jung gewesen ist und in Bürostuben am Ladentresen oder sonstwo unkompliziert, schnell und dazu noch verlässlich genaue Ergebnisse für die kleine Rechnerei zwischendurch geliefert hat.

Das Ding kommt völlig ohne Elektrizität und Elektronik aus und liefert heute noch ordentliche Ergebnisse in allen vier Grundrechenarten. Vorausgesetzt, man weiß, wie’s geht – und das ist auf jeden Fall mechanisch. Mit einem kleinen Stift, ähnlich wie bei heutigen elektronischen Notizbüchern, werden vertikal angeordnete Zahlenreihen gegeneinander verschoben, sodass sich oben in den neun runden Fensterchen das Ergebnis zeigt. Jean Bergmann jedenfalls hat mit Sicherheit gewusst, wie’s geht. Denn beim „googeln“ im Internet haben wir ein ähnliches Gerät gefunden, das dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig gehört und dem eine originale Gebrauchsanweisung beiliegt. Als Autor ist Jean Bergmann genannt, der seinen „Universal Calculator“ per Reichsgerichtsurteil vom 30. Juni 1928 offenbar international hat schützen lassen. Und geschützt vor unberechtigtem Nachbau ist er bis heute, denn nur eingefleischte Puristen und Technik-Verweigerer rechnen noch im Handbetrieb...



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