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Heimische Hoteliers verzeichnen bis zu 30 Prozent weniger Übernachtungen / Auch Lokale betroffen

Tagungsgeschäft ist im „K-Jahr“ eingebrochen

Hameln (CK). Beim traditionellen Dämmerschoppen des Wirteverbandes Dehoga konnten Hoteliers und Gastronomen aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont ihre Sorgen mal für einen Abend vergessen. Aber eins ist klar: Das „K-Jahr“ hat auch diesen Bereich erreicht. Wobei „K“ nach den Worten der Dehoga-Vorsitzenden Gabriele Güse für vieles steht, darunter die Worte „Krise“, „Katastrophe“, „Kreditklemme“ oder „Klagen“.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Gabriele Güse

Vor allem das für die Hoteliers so wichtige Tagungsgeschäft ist nach Güses Worten eingebrochen. „Die Firmen treten rundum kürzer“, hat sie beobachtet. Viele, die Seminare veranstalten, würden den Teilnehmern heute eine Anfahrt von bis zu 200 Kilometern zumuten und eine Rückfahrt am gleichen Tag. „Bei den Übernachtungen hat es im ersten Quartal einen Rückgang von rund 30 Prozent gegeben“, sagt die Dehoga-Chefin. „Manch ein Kollege kämpft ums Überleben.“

Kommt hinzu: Bei vielen Häusern besteht dringender Investitionsbedarf. „Der Gast erwartet immer mehr“, sagt sie und appelliert in diesem Zusammenhang an den Staat, seine Mittel gerechter zu verteilen. „Wir erwarten zwar keine Almosen, aber ein Konjunkturpaket speziell für Hotellerie und Gastronomie wurde ja leider nicht geschnürt.“

Ähnlich negativ stellt sich für den Dehoga auch die Lage in der Gastronomie dar. Die Einbrüche seien hier zwar nicht ganz so stark wie bei den Übernachtungen, doch betrügen sie gegenüber dem Vorjahr, wo es bereits Verluste gab, weitere sechs bis sieben Prozent. Über das Rauchverbot werde zwar nicht mehr geredet, doch gingen die Gäste jetzt früher wieder nach Hause, glaubt Gabriele Güse. Mit Blick auf die europäischen Nachbarländer fordert der Wirteverband von der Politik die Reduzierung der Mehrwertsteuer von derzeit 19 auf 7 Prozent, um Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen – eine Marge, die übrigens in vielen europäischen Staaten noch unterschritten wird. Kein Thema ist für Gabriele Güse und ihre Kollegen übrigens ein Mindestlohn in ihrem Gewerbe. „Wenn wir für einfache Tätigkeiten acht Euro bezahlen müssten, könnten wir das nicht mehr finanzieren, zumal die Lohnnebenkosten noch obendrauf kämen“, sagt sie. Auch beim Thema Ausbildung liegt ihrer Ansicht nach einiges im Argen: „Die Qualität des Nachwuchses hat nachgelassen. Das müssen vor allem die Schulen in den Griff kriegen“, fordert sie.

Bei so viel Negativem gab es auch Positives: Touristen kommen nach wie vor gern zum Übernachten ins Weserbergland, auch wenn sie beim Geldausgeben etwas vorsichtiger geworden sind. Eine Forderung an die Politik lautet deshalb, den Tourismus in Deutschland weiter zu fördern – will der Verband denn auch „nicht jammern, sondern machen“.



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