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Burghof-Klinik schafft mehr als zehn Arbeitsplätze / Kooperationspläne liegen auf Eis

Tagesklinik eröffnet am 1. Oktober - Land investiert 810 000 Euro in Rinteln

Rinteln (crs). Der Zeitplan steht: Am 1. Oktober will die Burghof-Klinik im Gebäude des ehemaligen Kirchenkreisamtes im Blumenwall eine Tagesklinik eröffnen. 24 Plätze für psychisch kranke Menschen aus der Region werden hier geschaffen - "und mehr als zehn qualifizierte Arbeitsplätze", betont Dr. Axel Weibezahl als Leitender Arzt. Die Förderzusage aus dem Sozialministerium hat die Klinik bereits in der Tasche: 810 000 Euro des insgesamt 1,2 Millionen Euro schweren Projekts zahlt das Land.

veröffentlicht am 04.05.2007 um 00:00 Uhr

Den Förderbescheid in den Händen: Dr. Axel Weibezahl (v.l.) und

Damit steht ein großes Ziel der Burghof-Klinik kurz vor der Vollendung. Ein zweites Projekt lässt weiter auf sich warten: Der Antrag auf Einrichtung einer gemeindepsychiatrischen Abteilung im Kreiskrankenhaus Rinteln liegt beim Sozialministerium weiter auf Eis. Die Privatisierung des Landeskrankenhauses Wunstorf sei noch nicht abgeschlossen, erklärt CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Joachim Runkel. Solange es hier keine Lösung gebe, gehe es nicht weiter - denn: "Der neue Träger muss für das Ziel der Burghof-Klinik Kapazitäten abbauen." Weibezahl bleibt optimistisch: "Wir sind gut auf dem Weg." Auch die Burghof-Klinik - seit Jahren massivüberbelegt - muss Plätze abbauen, um die Tagesklinik zu ermöglichen. Die bislang 110 vollstationären Behandlungsplätze werden auf 101 reduziert, so dass die gesamte Klinik ab Oktober über 125 Plätze verfügt. "Die Versorgung psychisch kranker Menschen wird durch die Tagesklinik erheblich verbessert", freut sich Weibezahl und spricht von einem "sehr großen Bedarf": Von den niedergelassenen Kollegen kämen bereits Anfragen. Die Vorteile der Tagesklinik: Der Patient verbringt Nächte und Wochenenden zu Hause, lebt in seinem gewohnten Umfeld. Ein "Hospitalisierungseffekt" kann so vermieden werden. Und es sollen Kosten gespart werden: "Wir streben einen Kostengrad von 66 bis 80 Prozent der vollstationären Behandlung an", sagt Verwaltungsleiter Georg Schmidt. Die Tagesklinik deckt das gesamte psychische und psychosomatische Spektrum ab und soll ein Bindeglied zwischen vollstationärer und ambulanter Behandlung sein, so bei der Nachbegleitung einer vollstationären Therapie. Etwa die Hälfte der Patienten soll direkt aufgenommen werden, "um Klinikaufenthalte zu vermeiden", erläutert Dr. Dagmar Rudolph-Weibezahl. Die enge Vernetzung mit dem Haupthaus biete breite therapeutische Möglichkeiten. "Das Kirchenkreisamt bietet von seiner Architektur her optimale Voraussetzungen für die Umwidmung", sagt Weibezahl, große Eingriffe in die Bausubstanz sind nicht geplant. Auf zwei Ebenen werden hier künftig Behandlungen angeboten; aus den Verwaltungszimmern werden Räume für Gruppen- und Einzeltherapie. Die Ausschreibung läuft: Im Frühsommer soll mit dem Umbau begonnen werden. Das Land fördert das Projekt mit 810 000 Euro. Etwa 400 000 Euro finanziert die Burghof-Klinik selber, laut Weibezahl "sicherlich die größte Investition der vergangenen Jahre". Über die Investition des Landes freut sich auch Runkel: "Das Land setzt einen Schwerpunkt in Rinteln, das stärkt auch den Krankenhausstandort insgesamt."



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