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Großreinemachen: Geöffnet ist erst wieder ab 2. Oktober

"Tafel"-Räume verwüstet: Einbrecher richten Chaos an

Rinteln (ur). Fassungslos steht plötzlich ein junger Mann in der Redaktion unserer Zeitung: "Ich habe das ja schon in der Zeitung gelesen mit dem Einbruch im Laden der Rintelner Tafel - aber was da wirklich passiert ist, kann man sich kaum vorstellen."

veröffentlicht am 28.09.2006 um 00:00 Uhr

Zum einen sei der Laden in zwei aufeinander folgenden Nächten aufgebrochen worden, wobei er beim zweiten Mal von den Tätern mutwillig verdreckt wurde. Darüber hinaus seien Kühlschränke und Gefriertruhen geöffnet worden, so dass die dort gelagerte Ware entsorgt werden müsse und zu allem Überfluss wurde auch der für den Betrieb so wichtige PC zuBoden geworfen. Fatale Folge der hirnlosen Tat für die Nutzer dieser Einrichtung: Das Personal um Tafel-Leiterin Sabine Jahnke ist vorläufig damit beschäftigt, den Laden wieder auf Vordermann zu bringen, Lebensmittel schweren Herzens in den Abfall zu geben und die Räume gründlich zu reinigen -was auch bedeutet, dass die "Tafel" erst am 2. Oktober wieder für ihre Kunden aus dem Kreis der sozial Benachteiligten zur Verfügung steht. Entsprechend dringliche Bitten um Lebensmittel-Gutscheine gingen dadurch im Job-Center ein, wo man sich diese Notlage zunächst gar nicht vorstellen wollte: Immerhin ist die Institution in Notfällen verpflichtet, Lebensmittelgutscheine zur Überbrückung auszugeben. "Dieser gesetzlich verankerten Aufgabe wollte man sich dann dadurch entziehen, dass man uns aufforderte, die Lebensmittel der Tafel vorübergehend direkt aus dem Lieferwagen abzugeben", erklärt dazu DRK-Kreisgeschäftsführerin Ursula Krüger mit erkennbarer Verärgerung. Sie wies das Ansinnen daher auch sofort zurück: "Schließlich gelten für uns lebensmittelrechtliche Vorschriften, die eine solche Abgabe gar nicht zulassen." Zur Tat selbst meint sie nur: "Eine Schande, dass wir durch solchen böswilligen Vandalismus gehindert werden, diese so wichtige Arbeit für Bedürftige zu leisten!" Über die Motive der Einbrecher, die im Übrigen beim ersten Einbruch eine Kaffeekasse und den Computer unberührt ließen, kann nur spekuliert werden: "Ob da jemand aus kurzfristiger Verärgerung gehandelt hat oder in der gezielten Absicht, den Betrieb zu stören, lässt sich jetzt noch nicht beurteilen", meint dazu Wolfgang Foerstner als Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, der Träger dieser Einrichtung ist. Auf Dauer werde man sich überlegen müssen, wie man den Laden sinnvoll vor solchen Übergriffen schützen kann, vielleicht durch ein Gitter. Sollte es Hinweise auf konkrete Täter geben, wird man ihnen zumindest den zweiten Einbruch schnell nachweisen können: Bei ihrem Zerstörungswerk verletzten sie sich und hinterließen Blutspuren.

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