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Kai Lölke bildet jüngsten Bildhauer-Nachwuchs aus: Murmel- und Wasserbahn wird gebaut

Symposium bekommt Kindergarten-Konkurrenz

Obernkirchen (sig). Das war schon ungewöhnlich: Klopfgeräusche auf dem Gelände des Kindergartens am Kammweg, die den Eindruck erweckten, als wären gleich mehrere Steinhauer an der Arbeit. Gibt es dort vielleicht eine neue Konkurrenz für das Bildhauer-Symposion? Und ob! Nur die Akteure sind deutlich jünger und mussten erst im Schnellkurs angelernt werden.

veröffentlicht am 15.06.2007 um 00:00 Uhr

Der Bildhauer Kai Lölke (r.) und der Sponsor der Aktion, Harald

Diese Aufgabeübernahm mit dem Bildhauer Kai Lölke, einem gebürtigen Stadthäger, ein absoluter Fachmann. Vielen Obernkirchenern ist er noch in guter Erinnerung von seiner Mitwirkung beim letzten und vorletzten Symposion in der Bergstadt. Dort kam auch der Kontakt zum Kindergarten am Kammweg zustande. Die Kinder waren während dieser Veranstaltung häufiger als Zuschauer auf dem Kirchplatz. "Ich wollte irgendwie das Interesse der Kinder belohnen", erklärte Kai Lölke, der in Obernkirchen zum Steinmetz ausgebildet worden war. Bei einem Rundgang auf dem Skulpturenweg hatte Rolf-Bernd de Groot das Wissen der Kinder über diesen Beruf weiter vertieft. Und Lölke hatte beim letzten Symposium dem Kindergarten nicht nur seine Zusagen zu dem gemeinsamen Projekt gegeben, sondern auch nicht verwertete Steinreste an den Kammweg bringen lasen. Angesichts des Angebotes von Kai Lölke hatte Kindergartenleiterin Waltraud Denocke Überlegungen darüber angestellt, was sich mit Unterstützung des Bildhauers machen ließ. Die andere Frage war die Finanzierung. Als ein von den Kindern besonders begrüßtes Projekt wurde schließlich eine Wasser- oder Murmelbahn ins Auge gefasst. Dafür war aber eine größere Menge von Steinblöcken erforderlich. Dieses Problem löste Harald Reinecke von der Naturstein-Firma in Gelldorf. Er besorgte von den Obernkirchener Sandsteinbrüchen rund zweieinhalb Tonnen Sandsteinblöcke und gab damit den Nachwuchsbildhauern die Chance, Elemente der Wasserbahn eindrucksvoll zu verzieren. Mit einem kleinen Meißel und einem Holzhammer trieben sie verschiedene Motive in die Blöcke. Zum Beispiel ein Fahrrad, ein Segelboot, Blumen, ein Herz, einen Stern, einen Löwen und einen Fisch. Ein Junge entwarf eigens eine Rakete. Innerhalb von drei Tagen sollen diese Arbeiten beendet werden, bei denen vornehmlich dieälteren Kinder bis zum Nachmittag gruppenweise beschäftigt sind. Mit Schutzbrillen und festen Handschuhen ausgestattet, meißeln die kleinen Künstler und Künstlerinnen ihre Vorlagen in den harten Stein. Ab und zu müssen einige Schweißtropfen von der Stirn gewischt werden. Auch Waltraud Denocke ist guter Dinge. Bis zum Beginn der Sommerferien soll das Werk vollendet sein. Dann können auf der neuen Bahn Murmeln hinunterrollen oder kleine Gießkannen und Töpfe mit kühlem Nass ausgeleert werden. Spaß macht das sicherlich - besonders, wenn man an diesem Projekt selbst mit Hand angelegt hat.



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