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„Sumpfklinik“: Verhärtete Fronten

Landkreis (crs). Beste Freunde werden Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Thomas Knickmeier wohl nicht mehr. Der Landrat und der Sprecher der „Bürgerinitiative gegen den Bau eines Krankenhauses in der Feldmark Vehlen“ stehen als Gegenspieler im Zentrum eines sich zuspitzenden Konflikts um das Großprojekt Klinikum Schaumburg. Der Disput wird auch hinter den Kulissen ausgetragen und hat in den vergangenen Wochen ebenso an Schärfe gewonnen, wie er mit Begriffen wie „Sumpfklinik“ an Sachlichkeit verloren hat. Ob ein für Montagabend geplanter Austausch die verhärteten Fronten aufzuweichen vermag, darf zumindest bezweifelt werden.

veröffentlicht am 12.11.2010 um 14:58 Uhr
aktualisiert am 04.12.2012 um 14:59 Uhr

Im Kern geht es um den Standort des geplanten Klinik-Neubaus. Und um einen unlösbar scheinenden Konflikt: Die Planer sehen zum Standort in der Feldmark Vehlen keine Alternative – die Bürgerinitiative sieht viele Alternativen, nur nicht diesen Standort. Und kämpft mit Nachdruck für ihr Ziel: Eine professionell aufgezogene Internet-Seite wettert in Kombination mit einer Anzeigenkampagne gegen die Errichtung des Krankenhauses in der Feldmark – mit dem nicht eben neutral gewählten Begriff „Sumpfklinik“.

Genug Klärungsbedarf also gibt es. Allein: Zum direkten Dialog zwischen Planern und Bürgerinitiative ist es noch nicht gekommen. Obwohl Landkreis und ProDiako nach der jüngsten Kreistagssitzung Ende September bereits Gesprächstermine für Mitte Oktober vorgeschlagen hatten, akzeptierten die Vertreter der Bürgerinitiative erst den letztmöglichen Termin am kommenden Montag.

Wohl nicht zuletzt diese Zeitplanung führte zu der skurrilen Situation einer „Tournee über die Dörfer“: In den vergangenen Tagen suchte zunächst die Bürgerinitiative das Gespräch mit Politikern aus Gemeinden und Dörfern in Nachbarschaft zum geplanten Krankenhaus-Neubau – als Reaktion darauf klapperten Vertreter von ProDiako und Landkreis dieselbe Route mit denselben Gesprächspartnern wenige Tage später ab.

Im Gespräch übereinander statt miteinander: Dieser Zustand wird sich am Montagabend endlich ändern. Im Kreishaus treffen rund 15 Vertreter der Bürgerinitiative unter anderem mit Landrat Schöttelndreier, ProDiako-Geschäftsführer Claus Eppmann und Landschaftsplaner Georg von Luckwald zusammen. Und das wohlweislich zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Vorausgegangen sind in den vergangenen Wochen diverse Schriftwechsel zwischen Bürgerinitiative und Krankenhausplanern, nicht immer auf beiden Seiten von Sachlichkeit geprägt. So bezeichnet Knickmeier als Sprecher der Bürgerinitiative den Landrat in einem Schreiben als „Interessenvertreter der Krankenhausgesellschaft“. Es wird mit harten Bandagen gekämpft.



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