weather-image
14°
Wanderung nach Schierneichen und Hevesen / Abschluss auf der Pohlschen Diele / 50 Teilnehmer

"Sturmvögel" schwärmen per pedes aus

Die Heveser Höfe Meier (links) und Pohl werden 1533 erstmals urkundlich erwähnt. Fotos: bus Meinsen/Warber (bus). Der Brummershop in Schierneichen und der einstmals eigenständige Meinsen-Warberaner Ortsteil Hevesen sind am Silvesterwochenende die Ziele der Jahresabschlussaktion der "Sturmvogel"-Abteilung des Schützenvereins Rusbend gewesen. Die "Sturmvögel" sind eine mehr als einhundert Jahre alte Vereinigung, die sich ursprünglich als Radwandergruppe versteht. Brummershop und Hevesen wurden unterdessen per pedes angesteuert. "Insgesamt waren wir mehr als fünf Stunden unterwegs", berichtete Gruppenchef Heinrich Öttking.

veröffentlicht am 03.01.2007 um 00:00 Uhr

0000434981-gross.jpg

Unterwegs erfuhren die etwa 50 Teilnehmer viel Wissenswertesüber das frühere Schiereichener Rittergut und das vor 70 Jahren der Gemeinde Warber zugeordnete Hevesen. Insbesondere die Geschichte der Heveser Höfe Meier und Pohl stieß auf reges Interesse. Während des Tagesabschlusses auf der Pohlschen Diele schilderte Dr. Roswitha Sommer überaus detail- und informationsreich das Auf und Ab der Hofstellen. Funde lassen vermuten, dass auf dem von fruchtbarem Geschiebemergel gekennzeichneten Landstrich bereits 1 800 Jahre vor unserer Zeitrechnung Menschen vorübergehend ansässig waren. Erste urkundliche Zeugnisse, die die landwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens belegen, datieren aus dem Jahr 1475. Für das Jahr 1533 weisen im Staatsarchiv aufbewahrte Schriftstücke die Existenz der zwei Hofstellen Warneke Dehne und Warneke Hartmann aus. Die Landwirte hatten viele Jahre lang enorme Abgaben zu leisten. Auf der einen Seite hielten Probst und Jungfrauen des Obernkirchener Stifts die Hände auf, auf der anderen Seite verlangten die Schaumburger Grafen wöchentlich zwei Spanntage. Dennoch brachten es die Besitzer zu einigem Wohlstand. Was nicht zuletzt auch ihre Verwendung im Dreißigjährigen Krieg als Schützen unter Beweis stellt. "Für gewöhnlich", erläuterte Sommer, "zogen die Bauern damals nämlich mit einfachen Lanzen ins Feld". Der Krieg ging mit gehörigen Verlusten einher. Acht Jahre vor Kriegsende wurde einer der beiden Höfe dem Erdboden gleichgemacht. Dass es danach wieder zügig bergauf ging, belegt eine Notiz über eine 1670 gefeierte Hochzeit. Das Fest präsentierte sich als äußerst üppig ausgestattete Angelegenheit.

Dr. Roswitha Sommer lässt auf der Pohlschen Diele die Siedlungsg
  • Dr. Roswitha Sommer lässt auf der Pohlschen Diele die Siedlungsgeschichte Hevesens Revue passieren.


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare