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Tausende Besucher erleben "Romantic Garden" auf Gut Remeringhausen trotz Unbilden des Wetters

Stumme Hühner und "Glücksfieber"-Perlen

Stadthagen (sk). Das halbe Dutzend ist voll - und es geht weiter. "Ja, natürlich", beantwortet Veranstalter Nikolaus von Schöning die Frage nach der Fortsetzung von "Romantic Garden". Zum sechsten Mal ist am Wochenende die Garten- und Lifestyle-Ausstellung über die Bühne gegangen. Tausende Besucher strömten vor allem am Sonntag zum Gut Remeringhausen.

veröffentlicht am 21.08.2006 um 00:00 Uhr

Der Gutshof füllt sich: Stumme Hühner begrüßen das Publikum unte

Beim sonnigem Wetter bildete sich gegen gestern Mittag eine lange Menschenschlange vor dem Gutseingang. Wer im Innenhof angekommen war und in den Park weiterschlenderte, musste allerdings keine weiteren Stockungen in Kauf nehmen. Die aufgelockerte Anordnung der Stände im weitläufigen und vielgestaltigen Gelände - Park, Obstbaumwiese und Innenhof waren in die Ausstellung mit einbezogen - wirkten müde machender Drängelei entgegen. Fein gearbeiteten Schmuck, Hüte, Schals, die unter anderem am Stand der Südhorster Batikkünstlerin Ilona Fischer im Sommerwind flatterten, Jacken und Kleider gab es zu sehen, zarte Rosenblüten - und Handfestes. "Das können wir uns selbst machen. Wir haben noch einen alten Grenzstein", sagte eine junge Besucherin zu ihrer Freundin. Die beiden standen im Park vor einem Sandsteinblock, aus dem Flammen schlugen. In einer Höhlung im Stein brannte eine Spezialflüssigkeit für Biokamine. Mit diesem Brennmaterial habe er für seine Terrassen- und Gartenfeuer die besten Erfahrungen gemacht, so Frank Meyer. Der Niedernwöhrener betreibt Sandsteinbauarbeiten und einen Handel mit alten Baustoffen. Mit den Händen in bunten Steinchen und Perlen wühlen, dazu verleiteten die Auslagen von Sandra Schmidt und Stefan Spreier. Ihrem phantasievollen Geschäftsnamen liegt "Kindermund" zu Grunde. Ihre Nichte, berichtete Schmidt auf Nachfrage, habe einst verneint, dass sie Reisefieber habe. Das Kind versuchte, seine Aufregung positiv auszudrücken erfand das Wort "Glücksfieber". Die Neuschöpfung adaptierten Schmidt und Speier, und nun verkaufen sie "Glücksfieber"-Perlen. Eine edle Schmuckrichtung vertrat gleich nebenan Susanne Holzhausen, die sich ebenfalls auf Perlen spezialisiert hat. Ob Perlen, Batik oder Kupferspiralen mit Glaskugeln, kaltgepresstes Traubenkernöl, Gartenscheren oder Bunzlauer Keramik. Als der Himmel sich gestern gegen 13.30 Uhr dunkel färbte, starker Wind Zeltplanen schlagen ließ und erste Blitze zuckten, verlor das tollste Angebot vorübergehend seine Anziehungskraft. In Scharen strömten die Besucher aus dem Park Richtung Innenhof und Scheune. "Jedes Jahr die Zitterpartie mit dem Wetter. Darauf würden wir gerne verzichten", hat Mitveranstalterin Tania von Schöning eine Stunde zuvor geseufzt. Der Unsicherheitsfaktor Wetter hat allerdings seinen lebendigen Reiz, gehört zum Besonderen einer "Landpartie", die nun einmal nicht in einer klimatisierten Messehalle stattfindet. Die große Zahl der Besucher beweist, dass das Open air-Konzept ankommt.

Rosenduft lockt zarte Nasen.
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