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Sommeruni 2008: Bildungsforscherin referiertüber Chancengleichheit und Arbeitsmarkt

Studieren, auch wenn Papa kein Doktor ist...

Rinteln (ur). Tag für Tag trudeln bei Günter Kania von der VHS im Organisationsbüro der Rintelner Sommeruni Anfragen junger Leute aus ganz Norddeutschland ein, die sich noch um einen Platz für diese Veranstaltungswoche für Oberstufenschüler bemühen, die am 12. Juli beginnt und Informationen über das Studierenan sich vermitteln will. "Zwar ist die Anmeldefrist inzwischen abgelaufen, aber wir versuchen es in jedem Einzelfall, noch eine Teilnahmemöglichkeit zu finden", kommentiert Kania die Aussichten der Nachzügler.

veröffentlicht am 25.06.2008 um 00:00 Uhr

Katja Urbatsch plädiert für ein Studium ohne soziale Barrieren.

Nahezu täglich treffen aber auch noch Zusagen von Dozenten ein, die ihre Bestätigung aus unterschiedlichen Gründen noch offen gelassen hatten. Als echter Coup darf dabei die endgültige Zusage von Katja Urbatsch von der Universität Gießen gelten, die mit ihrem Internet-Portal "www.arbeiterkind.de" nicht nur theoretisch die Studiensituation von Kindern aus "hochschulbildungsfernen Schichten" reflektiert, sondern auch Tipps und Informationen vermittelt, warum ein Studium wichtig ist und wie es auch unter schwierigen Ausgangsbedingungen möglich wird. Dabei stützt sie sich nicht nur auf Beiträge von akademischen Insidern, sondern hat auch Prominente wie Oliver Bierhoff dafür gewonnen, sich für diese Thematik mit eigenen Stellungnahmen und Erfahrungsberichten zu engagieren. Die junge Bildungsforscherin hat zwischenzeitlich die politische Diskussion darüber in den Medien vielfältig angeregt, war mit ihren Thesen in der Zeit, im Stern und in verschiedenen Talkshows vertreten und wird in Rinteln einen der drei Einführungsvorträge in die Sommeruni übernehmen - unter der leicht provokanten Fragestellung "Warum willst du denn studieren?" Katja Urbatsch will damit keineswegs den Wunsch junger Leute nach einem Studium problematisieren, sondern ganz im Gegenteil starke Argumente dafür liefern, diesen Wunsch auch gegen eventuelle Vorbehalte in Familie und sozialer Umgebung durchzusetzen: "Man tut ja heute so, als ob es gegen den Studienwunsch unabhängig von sozialen Schichten überhaupt keine Einwände gibt - aber das ist leider keineswegs so!", weiß Kania als Bildungspraktiker auch aus der Beratungspraxis in der Volkshochschule. Und freut sich umso mehr, dass die prominente Expertin auf ihrer Website nachdrücklich auf die Sommeruni Rinteln hinweist als eine Chance, "Fehlstarts" beim Start in das akademische Leben zu vermeiden - Fehlstarts, die gerade von Familien aus weniger gut situierten Verhältnissen oft nur begrenzt aufgefangen werden können. Die Referentin hat diese Erfahrungen auch persönlich gemacht - als Erste in ihrer Familie überhaupt, die ein Studium absolviert hat, in ihrem Fall an der Freien Universität in Berlin mit den Schwerpunkten Nordamerikakunde und Publizistik im Magisterstudiengang. "Wir müssen gegen die immer wieder verbreitete Legende von der Akademikerschwemme antreten: Nach wie vor gilt, dass Investition in Bildung die Zukunftsaussichten verbessert. Die Arbeitslosigkeit von Studienabsolventen ist nach wie vor signifikant geringer als in der Bevölkerung insgesamt!" Insofern mag der Vortrag auch für Eltern interessant sein - und für alle, die sich um die Zukunft dieses Landes Gedanken machen. Näheres zu den Veranstaltungen: www.sommeruni-rinteln.de. Fast alle sind gegen eine Gebühr auch für die Bevölkerung zugänglich, sofern noch Plätze vorhanden sind.



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