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Hochschüler ziehen aus Wohnung aus und schreiben Brief an Wulff

Studenten beenden Protestaktion

Holzminden (ih). Nach einer Woche des friedlichen Protests sind die 30 Studenten des Studiengangs Soziale Arbeit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst aus dem Fakultätsgebäude am Hafendamm Holzminden ausgezogen.

veröffentlicht am 16.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

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Am Sonntag, 4. Oktober, waren die Protestler der „Aktion pro Bildung“ mit Betten, Zelten und weiteren privaten Einrichtungsgegenständen dort eingezogen. Unter dem Motto „Wulff macht‘s möglich: Dank Studiengebühren ins Eigenheim“, wollten sie so gegen Missstände im Bildungssystem demonstrieren (wir berichteten).

Eine Woche des Protests ist vergangen, die Studierenden tragen Betten, Tische und Lampen aus dem Hochschulgebäude – der Wohn-Protest ist erst einmal beendet. Doch sind sich alle einig: „Klar ist, dass weitere Aktionen folgen.“ Mit ihrer „Bewohnung“ wollte die Studentenbewegung auf das „desolate und hochselektive Bildungssystem“ aufmerksam machen, durch das ein freier Zugang zur Bildung eingeschränkt sei und somit eine Chancengleichheit verhindert würde.

„Der nächste Streik folgt im November“

Innerhalb der Woche des Protests wurden Diskussionen geführt und Vorträge und Lesungen gehalten.

Dabei wurden die Studenten vor allem auch durch ihre Dozenten unterstützt, die eigene Vorträge zum Thema Bildungspolitik hielten und sich damit auf die Seite der Studenten stellten. Nach so viel positiver Resonanz auf ihre Protestaktion verfassten die Bewohner einen Brief an den Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU), in dem sie ihre Forderungen nach einer freien und gerechten Bildung formulierten und eine „längst fällige Stellungnahme“ verlangten.

Zudem verwiesen sie erneut auf den Artikel 26 der allgemeinen Menschenrechte, nach dem jeder das Recht auf Bildung hat. Studiengebühren würden dieses Menschenrecht verletzen, da ein Studium längst nicht mehr für jeden finanzierbar sei.

Wurde das Thema Bildungsstreik beim bundesweiten Streik im Juni von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) noch als „gestrig“ betitelt, so zeigten dieser Protest und die positiven Reaktionen auf die „Bewohnung“, dass das Thema noch immer aktuell ist. Auch die Studenten der „Aktion pro Bildung“ wollen ihre Ziele weiter verfolgen: „Letzte Woche hieß unser Widerstand Wohnen. Und morgen geht es weiter, denn der nächste bundesweite Bildungsstreik folgt schon im November.“



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