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E.ON-Vorstand Meinolf Päsch zu Gast bei der GfW / Netz-Diskussion: "Hund als Wächter der Wurst"

"Strompreis zu etwa zwei Dritteln fremdbestimmt"

Bückeburg (bus). Die vielfältigen Facetten der "Energiewirtschaft im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Regulierung" sind Thema der jüngsten Veranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) gewesen. Referent Meinolf Päsch, Vorstandsmitglied von "E.ON Westfalen Weser" und dort zuständig für Unternehmensentwicklung, sprach sich für eine Steigerung der Energieeffizienz aus. Denn: "Die Energiepreise bleiben auf hohem Niveau - mit steigender T endenz."

veröffentlicht am 26.03.2008 um 00:00 Uhr

GfW-Vorsitzender Klaus Suchland (links)überreicht Meinolf Päsch

Der Konzern versorgt mit seiner Abteilung "Westfalen Weser" 740 000 Kunden in mehr als 100 Städten und Gemeinden mit Elektrizität und Erdgas. Rund 1 450 Mitarbeiter erwirtschaften in den Regionen Ostwestfalen, Weserbergland und Südniedersachsen (Netzgebiet: 6 400 Quadratkilometer) einen Jahresumsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro. Anteilseigner der Aktiengesellschaft sind außer der Konzernmutter E.ON Energie AG München (62,58 Prozent) unter anderen die Mindener Hafen GmbH (1,2 Prozent), das Badezentrum Porta Westfalica (0,88), die Stadt Bückeburg (0,64), die Samtgemeinde Eilsen (0,15) und die Stadt Obernkirchen (0,08 Prozent). Derzeit wird unter dem Projektnamen "regi.on" der Umbau der sieben deutschen Regionalgesellschaften geplant. Was nach Darstellung von Päsch in Zeiten von Wettbewerb und Regulierung unerlässlich ist und der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit sowie der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit dient. Das Vorstandsmitglied machte darauf aufmerksam, dass der Strompreis derzeit ohnehin zu etwa zwei Dritteln fremdbestimmt sei, die Anbieter beispielsweise auf die von der Bundesnetzagentur festgelegten Netznutzungsentgelte keinerlei Einfluss hätten. Zum gegenwärtig debattierten Verkauf der Stromnetze mochte Päsch sich nicht dezidiert äußern. Man müsse abwarten, "wie die Diskussion läuft". Indes erinnere ihn die aktuelle Situation, in der Kraftwerksbetreiber zugleich im Besitz der Netze sind, an eine Konstellation, in der ein Hund als Wächter der Wurst in Erscheinung trete. Zudem sei in diesem Zusammenhang von Interesse, in wessen Hände die Leitungen wechseln. "Was passiert, falls Investmentfonds als Käufer auf- treten?", laute eine der spannenden Fragen. Im Diskussionsteil der Veranstaltung warnte der Referent vor einerübermäßigen staatlichen Förderung regenerativer Energien. Die Subventionen sollten "nicht zu lange" gezahlt werden. Komme der Betrag auf dem Feld der Effizienzsteigerung zum Einsatz, spare das unter dem Strich mehr Kilowattstunden ein. Darüber hinaus stelle sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit dieser Energieerzeugungsformen. Generell betrachtet, unterstrich Päsch, könne die Energieversorgung ohne längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke nicht sicher gestellt werden. "Wenn wir es ehrlich meinen, geht es nicht anders." Er gehe davon aus, dass im Anschluss an die nächste Bundestagswahl "über die Restlaufzeiten neu nachgedacht" werde.



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