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Testphase der Biogasanlage Eckel abgeschlossen: Stinkt nicht, lärmt nicht und bläst kein CO 2 in die Luft

Strom und Fernwärme aus Mais und Gülle

Rinteln (wm). Seit gut einem halben Jahr läuft auf dem Hof Eckel an der Dauestraße Rintelns derzeit einzige Biogasanlage - völlig reibungslos, also geruchlos und beinahe geräuschlos. Damit ist die Testphase beendet. Ebenso unauffällig ist die Anlage, in die Landwirt Steffen Eckel und Diplom-Agrar-Ingenieur Andreas Rinne aus Engern rund eine Million Euro investiert haben, in Betrieb genommen worden - ohne Einweihungsfeier, ohne Öffentlichkeit.

veröffentlicht am 13.02.2008 um 00:00 Uhr

Im Technikraum wird die Fernwärme gesteuert, zeigt Steffen Eckel

Es ist eine Biogasanlage auf dem neuesten Stand der Technik: Rund 4000 Tonnen Mais von rund 40 Hektar Fläche plus die Gülle von 500 Schweinen, 60 Kühen und 60 Jungrindern liefern den Rohstoff, aus dem die Biogasanlage, gekoppelt an ein Blockheizkraftwerk, rund 900 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr liefert, das entspricht 90 000 Litern Heizöl. Dazu 88 Grad heißes Wasser, das per Fernwärmeleitung und Wärmetauscher die rund 400 Meter entfernten Berufsbildenden Schulen in der Burgfeldsweide (BBS), das Wohnhaus der Eckels und die Ställe heizt. Die Ferkel haben dort Fußbodenheizung. "Ein in sich geschlossenes System", begeistert sich Rinne, denn das Endprodukt aus den zwei riesigen Fermentern, rund 80 Prozent der Masse, kommt als Dünger wieder auf den Acker. Und noch besser, Energie wird hier nicht nur CO 2 -neutral produziert, sondern ist sogar speicherbar. Anders als bei Windkraft- oder Solaranlagen könnte man mit etwas mehr technischem Aufwand auch größere Mengen Methangas als bisher für Spitzenzeiten zur Stromerzeugung speichern. Das Gas, das den Motor des Blockheizkraftwerkes antreibt, lagert sich in den beiden großen Fermentern unter einer Plastikkuppel von 20 Metern Durchmesser ab. Darunter hält ein Rührwerk die Mischung aus Mais und Gülle - das Substrat - in Bewegung, es blubbert in den Tanks. Ein Problemfall bei Biogasanlagen seien bisher eben diese Rührwerke gewesen, berichtet Steffen Eckel. Deshalb habe man an dieser Technik nicht gespart, nur das Beste eingebaut, was derzeit auf dem Markt zu haben ist. Die Anlage wird - logisch - von einem Computer überwacht, der schlägt über Eckels Handy dann Alarm, wenn etwas aus dem Ruder läuft. "Dann muss ich raus, auch nachts, zum Glück passiert das selten." Der GAU wäre, wenn die Anlage für eine Reparatur komplett heruntergefahren werden müsste. Dann könne es Wochen oder Monate dauern, bis sie wieder anfährt.

Der "Tank" der Biogasanlage wird mit Maissilage gefüllt und steh
  • Der "Tank" der Biogasanlage wird mit Maissilage gefüllt und steht auf "Wiegefüßen", damit man jederzeit den Inhalt prüfen kann. Ein Hektar Mais liefert rund 60 000 Kilowattstunden Strom. Foto: tol


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