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Impfung gegen Blauzungenkrankheit keine einfache Sache / Rinder geraten in Panik

Stress im Stall - blaue Flecken für Veterinär

Landkreis (mw). Eine kreisweite Impfaktion gegen die Blauzungenkrankheit ist vor einigen Tagen im Landkreis Schaumburg angelaufen. Während jedoch Schafe relativ einfach zu impfen sind, können die Tierärzte bei Rindern bisweilen ein "blaues Wunder" erleben.

veröffentlicht am 03.06.2008 um 00:00 Uhr

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Rund 8500 Rinder und 4500 Schafe von Schaumburger Tierhaltern sollen mit einem Impfstoff versorgt werden, um die Tiere vor der durch Gnitzen (eine Insektenart)übertragenen Blauzungenkrankheit zu schützen, berichtet Wilhelm Brase, Leiter des Kreisveterinäramtes. Während zunächst ausschließlich Rinderbestände geimpft werden, sind demnächst die Schafe dran. Auf die Rinder (ein Oberbegriff für Bullen, Ochsen, Kühe und Kälber) wartet dann noch einmal eine Wiederholungsimpfung nach drei bis vier Wochen. Doch ganz so einfach, wie man sich die Aktion als Laie vorstellt, ist sie nicht. Rein in den Stall, Impfserum spritzen und weiter zum nächsten Hof? Von wegen! Der Pressetermin beim Heeveser Nebenerwerbslandwirt Karl-Dieter Tegtmeier, bei dem Brase über die Impfaktion informierte, vermittelte einen kleinen Eindruck davon, mit welchen Erschwernissen die impfenden niedergelassenen Tierärzte mitunter zu kämpfen haben. Der bloße Anblick des Amtstierarztes genügte den drei im Tegtmeierschen Stall angeketteten Rindviechern bereits, um in Panik zu geraten. Wild entschlossen versuchten sie, sich der vermeintlichen Gefahr durch Flucht zu entziehen, was jedoch aufgrund der kräftigen Ketten ein hoffnungsloses Unterfangen war. Mal schlidderten die Tiere auf der Strohunterlage nach links, mal rutschten sie nach rechts aus, bisweilen fielen sie sogar hin. Auch als Brase zur Demonstration der Impfung mit der Impfpistole an eines der Tiere herangetreten war, dauerte es, bis die Rinder zur Ruhe kamen. "Das sieht für einen Außenstehenden viel schlimmer aus, als es ist", erklärte Brase das "ganz normales Verhalten". Die Tiere hätten sich lediglich erschreckt. Abgesehen von den Milchkühen, die den täglichen Kontakt mit Menschen gewohnt und dementsprechend zutraulich seien, seien die übrigen Rinder oftmals eher scheu. Blaue Flecken für den Veterinär gehören allerdings zum Berufsrisiko. Es gibt aber noch andere Schwierigkeiten. Wenn die Rinder auf der Weide stehen, hat der Landwirt laut Brase nämlich "das große Vergnügen", die Wiederkäuer erst einzufangen, bevor der Tierarzt das Serum injizieren kann. Bei einem "600-Kilo-Mastbullen" sind zudem besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, will der Veterinär die Konsultation eines Humanmediziners vermeiden. "Da muss man schon etwas vorsichtiger sein", sagt Brase. So bietet es sich etwa an, diese Kolosse kurzfristig in ein sogenanntes Fressgitter zu sperren, um die Impfung durchzuführen. Eine andere Möglichkeit ist der Gebrauch einer Verlängerung der Impfpistole, durch die der Tierarzt den Impfstoff aus größerer Entfernung injizieren kann. Entspannter geht es dagegen bei den Schafen zu. "Das ist relativ einfach, weil die aufgrund ihrer Größe leicht zu handhaben sind", erläutert der Experte.



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