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Rintelner Ratsmehrheit: Viel zu gefährlich / Landkreis sieht das anders: Durchaus zuzumuten

Streit um Schulweg durch das Industriegebiet

Rinteln (wm). Der Rintelner Rat hat mit SPD/Grünen-Mehrheit in seiner letzten Sitzung dieses Jahres den Antrag der WGS abgelehnt, im Industriegebiet Süd im Bereich der Heisterbreite, bei Aldi und Am Stumpfen Turm einen Streifen für Radfahrer auszuweisen.

veröffentlicht am 29.12.2007 um 00:00 Uhr

Industriegebiet Süd: Hier sind die Randstreifen von Lastwagen zu

Gert Armin Neuhäuser hatte für die WGS argumentiert, diese Strecke durch das Industriegebiet Süd würde überwiegend von Schulkindern genutzt und müsse sicherer gemacht werden. Gerhard Werner, Ortsbürgermeister in Krankenhagen, kann die negative Entscheidung seiner Parteifreunde im Rat nicht verstehen. Der gesamte Ortsrat Krankenhagen habe sich parteiübergreifend dafür eingesetzt, dass hier etwas geschehen muss, und gefordert, die Oberfläche des Gehweges "Am Stumpfen Turm" auszubessern und für Radfahrer freizugeben. Mit der WGS sei sich der Ortsrat auch darin einig, dass mit Schildern auf querende Radfahrer hingewiesen werden sollte. Klaus Wißmann (SPD) wie Ursula Helmhold (Grüne) hatten im Rat argumentiert, "Pflastermalerei" vermittele Schülern eine "Scheinsicherheit". Neuhäuser sieht das als Scheinargument, denn Phrasen wie "der kürzeste Weg sei nicht der sicherste" würden kaum nützen. Ähnlich sieht es Gerhard Werner. Trotz aller Appelle würden Kinder und auch Erwachsene den Weg durch das Industriegebiet nehmen, einfach, weil er hangabwärts führt, außerdem der kürzere ist. Wolle man das verhindern, bleibe nur eine Totalsperrung. Aber die wünsche sich weder der Ortsrat noch die Verwaltung,hier müssten also andere Lösungsansätze gefunden werden. In einem Punkt stimmt Werner mit der WGS allerdings nichtüberein: Halteverbote, wie von der WGS gefordert, würden Lkw-Fahrer sicherlich nicht respektieren, sondern sich lieber eine gute Position sichern, um "just-in-time" entladen zu können, und dafür auch Bußgelder hinnehmen. Besonders absurd ist für Werner die Diskussion, weil die vom Rintelner Rat ausdrücklich als für Schulkinder zu gefährlich eingestufte Strecke durch das Industriegebiet vom Landkreis als Schulweg geradezu behördlich empfohlen werde. Der Fall: Ein Vater aus Krankenhagen hatte vom Landkreis eine Schulbuskarte gefordert, der Landkreis aber darauf verwiesen, dass der Schulweg des Schülers nicht mehr als drei Kilometer beträgt, wenn er durch das Industriegebiet Süd fahren würde. Zitat: "Der kürzeste Weg führt von Krankenhagen rund 480 Meter durch freies Feld weiter durch das Industriegebiet Süd über die Straße ,Am Stumpfen Turm' zum Schulzentrum in Rinteln. Dieser Schulweg wurde von den für die Verkehrssicherheit zuständigen Fachämtern als nicht besonders gefährlich bewertet. Es handelt sich um einen Schulweg, der nicht durchgängig mit einem Rad-/Fußweg ausgestattet und gleichfalls nicht durchgängig beleuchtet ist. Schülerinnen und Schülern ab einem Alter von 12 bis 13 Jahren ist durchaus zuzumuten, diesen Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen." Werner hat auch Bedenken, wie im Rat angesprochen, Schüler am Sassenbergschen Gelände entlang zu schicken. Der Weg ist unbeleuchtet, führt vorbei an einem verwilderten Gelände - "da hätte ich Magenschmerzen, wenn Kinder diesen Weg im Dunkeln benutzen".



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