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Spitzenfunktion soll doch wieder besetzt werden / Landessynode berät

Streit um Präsidentenamt der Landeskirche vor der Lösung

Bückeburg (ssr). Der heftige Streitüber die Frage, ob die Evangelisch-lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe einen Präsidenten benötigt, geht einer Lösung entgegen. Aller Voraussicht nach wird die Landessynode am kommenden Sonnabend die dauerhafte Wiederbesetzung der vakanten Stelle beschließen. Maßgebend dafür ist ein entsprechendes Gutachten des Kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

veröffentlicht am 20.04.2007 um 00:00 Uhr

In dem neun Seiten umfassenden Gutachten bringt Institutsleiter Professor Axel Freiherr von Campenhausen unmissverständlich zum Ausdruck, dass die Landeskirche - will sie eigenständig bleiben - einen Präsidenten in Form eines Volljuristen an der Spitze ihres Kirchenamtes benötigt. Der Kirchenrechtler verweist darauf, dass dies schon in der landeskirchlichen Verfassung so festgelegt sei. Nun könnte die Verfassung zwar geändert werden. Doch Campenhausen hält es dem Sinn nach nicht für möglich, dass eine Landeskirche ohne Präsidenten an der Spitze der Verwaltung ihren rechtlichen Verpflichtungen vollständig und juristisch einwandfrei nachkommen könnte. Wie Synodenpräsident Joachim Liebig auf Anfrage mitteilte, wird dem Kirchenparlament als Konsequenz aus dem Gutachten auf seiner Sitzung am kommenden Sonnabend in Lindhorst der Beschlussvorschlag gemacht, "die Stelle eines Präsidenten umgehend auszuschreiben". In etlichen Vorbesprechungen der vergangenen Tage- inklusive eines informellen Synodentreffens in Meinsen - ist nach dem Eindruck Liebigs deutlich geworden, dass diese Entscheidung "wahrscheinlich in großer Einmütigkeit" gefällt wird. Nach Auskunft Liebigs soll ein Ausschuss dann eine Stellenbeschreibung ausarbeiten. Hierbei wird eine Rolle spielen, dass der künftige Präsident stärker als bisher im Bückeburger Kirchenamt üblich, nicht nur die juristische Verantwortung und Teile der Außenvertretung übernehmen, sondern auch die Verwaltung selbst leiten soll. Hintergrund: Der derzeitige Verwaltungsleiter Willi Meier geht bald in die Altersteilzeit. Das macht entsprechende Synergieeffekte zum Ende des Jahres möglich. Der Landeskirchenrat als oberstes Leitungsgremium der rund 63 000 Mitglieder zählenden Landeskirche wird anschließend einen oder mehrere Bewerber suchen und der Synode vorschlagen. Bei alldem wird auch deswegen Tempo gemacht, um noch der amtierenden Synode diese wichtige Personalentscheidung zu ermöglichen. Im Herbst wird das 30-köpfige Kirchenparlament nämlich neu gewählt. "Die derzeitigen Synodalen sind in der Frage jetzt eingearbeitet, sie sollten das möglichst zu Ende führen können", sagte Liebig.



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