weather-image
20°
SPD-Vorsitzende rügen Rintelns Forderung als "egoistisch" / Sasse: Zug noch nicht abgefahren

Streit um IGS-Standorte verschärft sich weiter

Rinteln (wm/ssr). Die Diskussion um eine IGS in Rinteln geht weiter: Gestern hat sich WGS-Ratsherr und Kreistagsmitglied Heinrich Sasse zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass aus Sicht der WGS bei der Frage der Gesamtschul-Standorte für Rinteln der Zug noch keineswegs abgefahren sei. Heftiger Gegenwind kommt unterdessen von den SPD-Vorsitzenden aus Obernkirchen, Rodenberg und Nienstädt, die den Rintelner Wunsch nach einer eigenen IGS als "egoistisch" kritisieren.

veröffentlicht am 11.09.2008 um 00:00 Uhr

Die Zustimmung für den IGS-Standort Obernkirchen sei im Kreistag vor allem eine strukturpolitische Entscheidung gewesen, um "der Bergstadt etwas Gutes zu tun", argumentiert Sasse. Doch inzwischen sei es unter Kreistagsmitgliedern "offenes Geheimnis", dass Obernkirchen der Standort für eine neue Zentralklinik im Schaumburger Land werden solle - wenn Hannover mitspielt - und dann, so folgert Sasse, "könnte Obernkirchen gut auf die IGS verzichten". Eine - wenn auch schlechtere - Lösung wäre auch die zurzeit diskutierte "Außenstelle" der IGS Obernkirchen in Rinteln, womit man auch die vom Land geforderte Fünfzügigkeit erfüllen könnte. In ungewöhnlicher Schärfe zurückgewiesen haben unterdessen die SPD-Vorsitzenden aus Rodenberg, Nienstädt und Obernkirchen gemeinsam den aus ihrer Sicht "egoistischen Versuch Rintelner Interessenvertreter, die bevorstehende Genehmigung für die IGS-Standorte in Rodenberg, Helpsen und Obernkirchen aufzuhalten". Die drei SPD-Politiker beziehen sich auf jüngste Äußerungen der CDU- und SPD-Fraktionschefs im Rintelner Rat. So hatte Ulrich Goebel (CDU) erklärt: "Wenn die IGS in Obernkirchen erst eingerichtet ist, wozu sollten wir dann noch einen Antrag stellen?" Und Klaus Wißmann (SPD) hatte hinzugefügt: "Wenn das Okay des Landes (für Obernkirchen, d. Red) vorliegt, ist der Zug für uns abgefahren." Seit Jahren zeigten die Anmeldezahlen an der IGS in Stadthagen "das außergewöhnliche Interesse" von Eltern und Schülern an einer IGS-Beschulung, argumentieren Eckhard Ilsemann (Nienstädt), Marina Brand (Rodenberg) und Karl-Heinz Struckmeier (Obernkirchen) namens ihrer Ortsverbände in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme. "Gerade Eltern und Pädagogen aus unseren drei Haupt- und Realschulstandorten haben sich viel Mühe gegeben, um das Ziel der Einrichtung von Gesamtschulen in diesen drei Orten zu erreichen", so Marina Brand: "Das Ziel der Einrichtung war zunächst 2008, jetzt steht immerhin der 1. August 2009. Und den lassen wir uns jetzt nicht kaputt machen." Auch für die Obernkirchener Sozialdemokraten stehe fest, dass sich eine IGS-Diskussion in Rinteln erst viel später gebildet habe. Dadurch könnten die vom Schulträger Landkreis Schaumburg festgelegten Schulzentren jetzt nicht leiden. Gerade die ländlichen Schulzentren müssten gestärkt werden, heißt es in dem Schreiben. Für die Nienstädter SPD stellte Ilsemann fest: "Eine IGS in Rinteln ist wichtiger Bestandteil in der Bildungslandschaft des Schaumburger Landes. Wir werden das unterstützen. Eine Einrichtung kann aber nicht wie am Schulzenturm Helpsen 2009, sondern erst 2010 in Betracht kommen."

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare