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Neue Stadtwache eine gefragte Adresse

Streifelaufen keine Hatz auf Bettler& Co.

Stadthagen (jl). Die neue Anlaufstelle von städtischem Ordnungsamt und Polizei im Alten Rathaus scheint für immer mehr Stadthäger eine gefragte Adresse zu werden. Das ist Teil eins der ersten Zwischenbilanz. Teil zwei aus dem Mund von Polizeisprecher Axel Bergmann ist die Aussage, dass die gemeinsamen Streifen nicht automatisch eine Hatz auf Nichtsesshafte und Bettler sind.

veröffentlicht am 14.11.2008 um 00:00 Uhr

Bergmann hat die Bilanz in der Sitzung des Ratsausschusses für Sicherheits- und Ordnungsfragen gezogen. Dieser hatte die Idee zur Zusammenarbeit von Ordnungsamt und Polizei entwickelt, die seit einigen Wochen Praxis ist. Der Polizeisprecher schilderte, dass die Treffpunkte der Nichtsesshaften in der Innenstadt regelmäßige Anlaufpunkte der Streifen sind. Bergmann betonte, es gehe bei den Begegnungen nicht primär darum, "die Leute wegzujagen", sondern um Kontakte, um Gespräche, die letztlich das Ziel hätten, die "Situation zu verbessern": "Diese Leute müssen auch akzeptiert werden." Bergmann wurde noch deutlicher, als er von Ausschussmitglied Martin Heil (SPD) gefragt wurde, ob denn daran gedacht sei, etwas gegen Bettler zu unternehmen. "Jede Innenstadt kann so etwas verkraften", betonte Bergmann. Die Streifen müssten nur eingreifen, wenn das Betteln oder das Verhalten von Nichtsesshaften ausufert. Größtenteils seien diese Menschen friedlich und: "Es bringt nichts, dass wir sie von einem Platz zum anderen schicken. Man muss miteinander klarkommen." Das Zimmer im Alten Rathaus, ursprünglich als eine Art Aufenthaltsraum gedacht, wird nach den Darlegungen des Polizeisprechers inzwischen von den Bürgern angenommen "wie eine Polizeiwache". Deswegen ist die Polizei während der Markttage in der Regel mit zwei Beamten präsent. Nur sonnabends reiche die Personaldecke nicht für diese Stärke. Außer um den oben erwähnten Personenkreis kümmern sich die Beamten und städtischen Mitarbeiter vorrangig darum, dass die Marktregeln eingehalten werden, und das sind vorwiegend das Radfahrverbot sowie die Anleinpflicht für Hunde. Es habe sich zudem gezeigt, dass die "Nachfrage" nicht nur zu Marktzeiten bestehe. Es müsse beispielsweise überlegt werden, auch bei "besonderen Veranstaltungen" Präsenz zu zeigen. Bergmann belegt dies mit Erfahrungen vom Freitagabend bei der "Sterne"-Aktion. Einer der Beamten der Stadtwache hatte dafür seinen Dienst in die späten Abendstunden verlegt, und das sei bei den Besuchern der Innenstadt gut angekommen. Bei dem genannten Arbeitsspektrum soll es nach den Andeutungen Bergmanns und vom städtischen Amtsleiter Edwin Schmidt nicht bleiben. Im Visier haben die Ordnungspartner als Gebiete den fließenden Verkehr, sofern dieser in der Fußgängerzone nichts zu suchen hat, sowie "missverständliche und verbogene Verkehrszeichen".



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