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"Tag der offenen Tür" im Röcker Feld beim Boxer-Klub Minden

Streicheleinheiten zwischen Lump, Beißwurst und Vierbeiner-Catwalk

"Was machst Du denn, da, Kleiner?" "Dir in die Augen schauen, Kleines ..." Fotos: mig Röcke (mig). Der große, braune Hund schwenkt den Kopf suchend im Gras und läuft etwas unsicher hin und her. Dann hat er die Duftspur des "Lumpen" gewittert. Wie an einer Leine gezogen, jagt er auf den hohen Holzverschlag zu, hinter dem sich Friedhelm Paul verbirgt.

veröffentlicht am 30.08.2006 um 00:00 Uhr

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"Figurant" Paul vom "Boxer-Klub Gruppe Minden" muss an diesem "Tag der offenen Tür" Schwerstarbeit verrichten. Bei der Schutzdienstvorführung übernimmt er die Rolle des "Lumpen", eines potenziellen Angreifers. Das Ziel der Übung: Der Hund soll verteidigen, darf aber auch nicht zur Gefahr werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass er sich am Verhalten seines Gegenübers orientiert. Sobald der "Lump" seine Scheinangriffe einstellt, muss der Hund von ihm ablassen. Auch beim Training mit der "Beißwurst" wird die Aufmerksamkeit immer auf das Objekt und nie auf den Menschen fokussiert. "Die Hunde werden hier nicht scharf gemacht", erklärt Friedhelm Paul, "was sie wollen, ist die Wurst". Zur Veranstaltung kamen nicht nur etliche der 85 Vereinsmitglieder, sondern auch Besucher. Angeboten wurden vielfältige Übungen in Unterordnung, Schutzdienst und Junghundeaufbau. Während der Vorführungen erläuterte Friedhelm Paul die wichtigsten Aufgaben des Boxer-Klubs. Dazu gehört beispielsweise die Wesensprüfung eines Hundes und die Herausbildung eines guten Charakters. "Wir wollen sicher sein, dasser klar im Kopf ist, bevor mit ihm gezüchtet wird", betont Ausbildungswart Carola Wienekamm. Zusätzlich lässt der Verein seine zottigen Mitglieder von Tierärzten auf verschiedene Krankheiten hin untersuchen. Friedhelm Paul: "Die immer wiederkehrenden Arztbesuche sind mit ein Grund, warum man für einen Boxerwelpen so viel Geld hinblättern muss." Preiswert sind die Vierbeiner mit dem markanten Gesicht tatsächlich nicht. Rund 1000 Euro kostet ein reinrassiger Boxer von einem qualifizierten Züchter. Es gibt allerdings skrupellose Geschäftemacher, die Hunde via Internet "verramschen." Derartige Billigboxer werden von Vereinen angeboten, die nicht dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angehören. Indem sie sich ein ähnliches Kürzel zulegen, versuchen sie, von dessen Reputation zu profitieren. Dass der Boxerclub auf einem anderen Niveau arbeitet, können Interessierte im Herbst erleben. Anfang Oktober wird auf dem Vereinsgelände wieder eine wichtige Zuchttauglichkeitsprüfung stattfinden. Dann müssen die Hunde zeigen, was in ihnen steckt: Ihre Verträglichkeit und ihr Wesen sollen getestet werden. Für eine ältere Besucherin stand aber schon am Tag der offenen Tür fest: "Boxer sind unglaublich freundliche Hunde." Sie hat ihren Vierbeiner vor kurzem verloren und sah jetzt sehnsüchtig den ausdrucksstarken Hunden zu. "Einmal Boxer, immer Boxer", meinte sie.

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