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Busch vor dem Haus von Familie Schütte übersteht Kahlschlag

Strauchrose gedeiht seit 100 Jahren in Lauenhagen

Lauenhagen (tbh). Seit nunmehr vier Generationen begleitet ein Rosenbusch die Familie von Christel Schütte. Ihre Mutter Karoline Dadzio (85) und ihre Tante Anna Ostermeier (89) sind mit den Rosen aufgewachsen. „Solange ich denken kann, ist der Rosenbusch schon da“, erinnert sich Dadzio.

veröffentlicht am 03.07.2012 um 12:58 Uhr
aktualisiert am 03.07.2012 um 16:32 Uhr

Wer den Busch gepflanzt hat und seit wann genau er die Hecke vor dem alten Bauernhaus schmückt, können die Damen nicht sagen. Ostermeier, die vor zwei Jahren einen Schlaganfall erlitt und sich seitdem nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann, vermutet, es war ihre Großmutter.

In einem Punkt sind sich aber alle einig – die mehr als 100 Jahre alte weiße Rose blüht ohne Pflege und Dünger jedes Jahr wieder und versprüht einen herrlichen Duft. „Unsere Mutter sagte immer, das sei ein Wilder“, so Dadzio.

„Es kann durchaus sein, dass es sich um einen wilden Rosenstrauch handelt“, erklärt Gärtnermeister Dieter Kellermeier in diesem Zusammenhang. Auch dass Rosen so alt werden, sei nicht ungewöhnlich. Vor allem Strauchrosen seien sehr robust und vertrockneten nicht so leicht, sagt er. Zudem komme diesem Busch der Standort in der geschützten Hecke zugute.

Vor 30 Jahren, als die alte Hecke weggerissen und eine neue gepflanzt wurde, ging es dem Rosenbusch auch an den Kragen. „Er wurde kurz über dem Boden abgeschnitten und kam trotzdem wieder“, erzählt Reinhard Schütte.

Ein Radikalschnitt, dicht über dem Boden, kann nach Angaben von Kellermeier in manchen Fällen sogar hilfreich sein. Befindet sich der Wurzelstock im gefrorenen Boden, während die Pflanze oberhalb der Erde von der Sonne erwärmt wird, könne sie leicht vertrocknen. Mithilfe eines solchen Kurzschnitts lasse sich dies verhindern, so der Gärtnermeister.

Seit Nachbarin Gisela Schaper, vom angrenzenden Grundstück, um die Bedeutung des alten Rosenbusches weiß, kümmert auch sie sich um seine Erhaltung. „Ich habe ein Auge drauf, dass die Blumen beim Heckeschneiden nicht versehentlich der Gartenschere meines Mannes zum Opfer fallen“, sagt sie schmunzelnd und hofft, sich noch lange an der Rose erfreuen zu können.



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