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Eveser Bürgerversammlung für zusätzliche Maßnahmen / 40 000 Euro in Provisorium investiert

"Straße der Verdammten" steht vor der Lösung

Evesen (bus). In Evesen stehen bezüglich der Verkehrssituation an der Schaumburger Straße einvernehmliche Lösungen ins Haus. Während einer von mehr als 50 Personen besuchten Bürgerversammlung verständigten sich die Anwesenden auf zusätzliche verkehrsberuhigende Maßnahmen. Angesichts allerhand kritischer Einwände kamen Ortsbürgermeister Horst Schwarze ("die gegenwärtige Situation ist nicht in Ordnung") und Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach ("mit der Straße gewinnen wir keinen Schönheitspreis") nicht umhin einzugestehen, 40 000 Euro in ein Provisorium investiert zu haben.

veröffentlicht am 18.10.2006 um 00:00 Uhr

Ortsbürgermeister Horst Schwarze (in der Bildmitte mit erhobenem

Was aber nach einhelliger Auffassung wegen des wenigen zur Verfügung stehenden Geldes nicht anders zu erwarten gewesen sei. Die Versammlung diskutierte vornehmlich die Knackpunkte Gehweg, Tempo 30 und Einmündungsbereich Schaumburger Straße/Hoher Weg. Zur Gehweggestaltung, die der Richtung Dankersen führenden Ausfallsstraße zwischenzeitlich zur innerörtlichen Bezeichnung "Straße der Verdammten" verholfen hatte, wurde festgestellt, dass trotz aller Kritik eine Verbesserung der Schulwegsicherheit erreicht worden sei. Schwarze monierte insbesondere die Ausführung. "Wenn etwas neu gebaut wird,sollte das Aussehen das Neue auch widerspiegeln", sagte der Ortsbürgermeister. Von Bauamtsseite, die Karlheinz Soppe und Norbert Schneider vertraten, kam die Zusage, dass die endgültige Ausgestaltung des Weges noch ein wenig Zeit benötige. Die Tempo-30-Diskussion offenbarte exorbitante Gegensätze hinsichtlich der Geschwindigkeitswahrnehmungen. Nach dem Eindruck eines Anwohners befahren 20 Prozent der Verkehrsteilnehmer die Strecke "locker mit hundert und mehr Sachen". Adolf Deterding, Verkehrssicherheitsexperte der Polizeidirektion Schaumburg, und Ordnungsamtsleiter Heinz Niemeyer berichteten von Messungen, die bei durchschnittlich 1 600 Fahrzeugen pro Tag ein zwischen 20 und 40 Stundenkilometer liegendes Mittel ergaben. 50 bis 60 km/h flinke Gefährte genössen den Status von "Ausreißern", unterstrich Niemeyer. Die Versammlung folgte einem Vorschlag Schwarzes, in Kürze neue Messungen vorzunehmen und im Anschluss daran womöglich eine Ausweitung der jetzt vom "Eveser Krug" bis zur früheren Bäckerei "Molthahn" reichenden Beschränkungszone vorzunehmen. Anregung des Ortsbürgermeisters: von der "Merz"-Ruine bis zum westlichen Ortsausgang. Im Einmündungsbereich Schaumburger Straße/Hoher Weg sollen die Absenkung des (östlichen) Bürgersteigs, zusätzliche Markierungslinien und Gesträuchsrückschnitte für mehr Übersichtlichkeit und Sicherheit sorgen. "Das sollten wir sehr schnell erledigen", sagte Bürgermeister Brombach. Deterding machte auf die Möglichkeit des Eigenengagements aufmerksam. "Wir können eine Menge dadurch erreichen, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen und unsere eigene Geschwindigkeit reduzieren." Was zudem das Ausbremsen anderer Verkehrsteilnehmer mit sich bringe. Ungeachtet aller Klammheiten der Öffentlichen Kassen kündigte Schwarze an, das Thema "Komplettausbau der Schaumburger Straße" auf die Tagesordnung einer der bevorstehenden Ortsratssitzungen zu setzen.

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