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Eine Fahrt von Exten durch die Innenstadt Richtung Nordstadt bringt kaum Vorteile

Stoppuhr zeigt: Alles nur "gefühlte Umwege"

Rinteln (wm). Am 20. Dezember findet die letzte Ratssitzung dieses Jahres statt, auf der voraussichtlich der Haushalt beschlossen wird und als weiteres wichtige Thema auf der Tagesordnung der Antrag des Ortsrates auf eine 10-Stundenkilometer-Zone im Altstadtquartier stehen wird. Große Chancen werden dem Antrag inzwischen nicht mehr eingeräumt - zu massiv sind die Bedenken.

veröffentlicht am 27.11.2007 um 00:00 Uhr

Wobei sich die Frage, warum sich rund 2650 Autofahrer, die nicht in die Altstadt, sondern nur durchfahren wollen, jeden Tag vom Ostertorüber Brenner- und Mühlenstraße zur Brücke schlängeln, jedem rationalen Argument entzieht. Denn durch die Altstadt ist es von den meisten Zielen nur "gefühlt" kürzer. Jüngste Testfahrten der Redaktion (siehe Tabelle) zeigen, gestritten wird allenfalls über rund 1000 Meter Umweg und Vorteilevon Minuten. Das sind selbst für einen innerstädtischen Verkehr keine spektakulären Daten. Dass die Verkehrsbelastung auch durch den so genannten Ziel- und Quellverkehr in der Altstadt hoch bleiben wird - gleichgültig welche Maßnahme der Rat beschließt - haben Kommunalpolitiker indirekt mit ihren Entscheidungen der letzten Jahre selber verursacht, nämlich durch die Ausweisung neuer Baugebiete in Exten wie Krankenhagen. Was viele Autofahrer aus den südlichen Ortsteilen vor allem in den Morgenstunden auf den Exter Weg ausweichen lässt, ist die überlastete Exter Kreuzung: Hier staut sich der Verkehr manchmal zurück bis zum Abzweig nach Uchtdorf. Und die meisten wollen über die Weserbrücke in die Nordstadt und weiter. Von den Gutachtern wurden zwischen 7 und 9 Uhr morgens 208 Fahrzeuge gezählt, die von Exten kommend in die Ostertorstraße einfahren, aber nur 138 in umgekehrter Richtung. Der zweite Schub kommt am Nachmittag, wenn die Süddörfler zum Einkaufen fahren, und der läuft in beide Richtungen: Zwischen 15 und 18 Uhr 403 Fahrzeuge aus Exten, 351 in Richtung Exten. Würden Poller im Bereich Kreuzstraße, Ritterstraße und Schulstraße eingebaut (was die CDU vehement ablehnt - in der SPD ist die Meinung gespalten), erwarten die Gutachter rund 1000 Fahrzeuge weniger am Tag in der Brennerstraße, bei einer Komplettsperrung des Exter Weges kurz vor der Ost-Contrescarpe rund 1500 Fahrzeuge weniger pro Tag. Daten für eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Exten ab der Ost-Contrescarpe haben die Gutachter nicht hochgerechnet.



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