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Erinnerung an Vertreibung und Vernichtung im Nationalsozialismus

Stolperstein-Projekt wird mit elf Tafeln im Dezember fortgesetzt

Bückeburg (bus). Das im vergangenen November in Bückeburg begonnene Stolperstein-Projekt wird eine Fortsetzung erfahren. Klaus Maiwald nannte während einer Informationsveranstaltung als Termin der zweiten Phase der von der Geschichtswerkstatt der Herder-Schule initiierten Aktion den 5. Dezember dieses Jahres. An diesem Dienstag wird der KölnerKünstler Gunter Demnig erneut in der ehemaligen Residenzstadt zu Gast sein und elf weitere Steine verlegen.

veröffentlicht am 21.07.2006 um 00:00 Uhr

Erinnerung an den ehemaligen Bückeburger Bürgermeister Karl Wieh

Nach Demnigs Darstellung hält das Projekt die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig. "Die Steine werden an authentischen Orten verlegt", ergänzt Werkstattleiter Klaus Maiwald, "um die Namen der Opfer der NS-Zeit dahin zurückzubringen, wo diese herkamen." Das "Kunstwerk für Europa" (Demnig) nahm vor 13 Jahren seinen Anfang. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt der Initiator, der bis heute in mehr als 100 Ortschaften über 5 500 seiner mahnenden Werke verlegt hat. Eine zehn mal zehn Zentimeter messende Messingplatte teilt mit wenigen Zahlen und Wörtern - eingehämmert per Schlagbuchstaben - Name, Daten und Schicksal des Opfers mit. Finanziert werden die 95 Euro kostenden Erinnerungsquader durch Patenschaften. Als mögliche Paten nennt Maiwald Privatpersonen, Schulen, Schulklassen, Vereine, Stadtteile, Parteien, Stiftungen und Firmen. Nachdem die ersten sieben Steine auf die Bückeburger Familien Wertheim und Moosberg sowie auf Bürgermeister Karl Wiehe aufmerksam machten, werden die im Dezember zur Verlegung vorgesehenen Steine auf Mitglieder der Familien Muckermann, Rautenberg, Benario und - als allgemeine Erinnerung - auf "Vertriebene aller Nationen" hinweisen. Spenden zur Unterstützung des Projekts können auf das bei der Sparkasse Schaumburg (Bankleitzahl: 255 514 80) eingerichtete Konto des Vereins der Herderaner (Stichwort: Stolpersteine, Kontonummer: 322 239 369) eingezahlt werden.

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