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Kinder unterwegs mit Marc Jameson im südlichen Bückeberg

Stimmen des Waldes gelauscht

Auetal (rnk). Die typische Stimme des Waldes hört man schon von weitem: das heisere Rätschen des Eichelhähers. Er warnt andere Wildtiere vor drohenden Gefahren, erklärt Marc Jameson vom Auetaler Naturschutzbund sieben Kindern, die mit ihm im südlichen Bückeberg nicht nur Flora und Fauna erkunden, sondern vor allem den Stimmen des Waldes lauschen wollen.

veröffentlicht am 11.01.2008 um 00:00 Uhr

Haben Spaß im Wald: Oliver, Leonie und Felix. Foto: pr.

Und tatsächlich: Gleich mehrfach macht der Vogel an diesem Morgen lautstark auf die Besucher aufmerksam. Und so kann die Gruppe zwar zwei Eichelhäher beim Nahrungsstreit beobachten, aber andere Tiere verschwinden auf Grund der lauten Eichehäher-Stimmen. Einen weiteren Schreihals erkennt Oliver Carl (8) schon an seinem "Miauen": "Das ist ein Mäusebussard der sein Frühstück sucht." Der Kolk rabe, größter Raben- und Singvogel, überfliegt ein Fichtengebiet und kündigt seinen Flug mit einem Warnruf "krack-krack-krack" an. Neben dem Buntspecht wird auch der seltene Schwarzspecht gesichtet, den man auch an seinem Ruf "Kliie-äh" bestimmen kann. Doch an diesem Morgen ist es noch recht ruhig, da die Arten im Winter sehr spät in den Gang kommen. "Auch Meisen hört man das ganze Jahr über", erklärt Jameson. Die häufigsten Arten, die man aus dem Garten kennt, sind Blau- und Kohlmeise. Im Wald leben sie mit fünf weiteren Arten zusammen. Wenn sie sich im Winter zu gemischten Trupps zusammenschließen, wird es schon etwas schwieriger, sie auseinander zu halten. Etwas markanter in ihren Stimmen sind Buchfink, Rotkehlchen und Singdrossel, die man sehr leicht unterscheiden kann. Aber im Wald hört man nicht nur Vogelstimmen, sondern auch Bäume im Wind oder das Knarren eines Astes. Dazu gehören auch die eigenen Schritte, das Rascheln von Blättern und das Knacken von Ästen unter den Tritten. Die Kehrseite der Medaille: Bei Windstille hört man leider auch den lauten Verkehrslärm der Autobahn. Neben den Stimmen des Waldes wurden auch Beobachtungshütten gebaut und Wildtiere wie Reh und Hase beobachtet. Das scheue Mufflon, das in der Brunftzeit ist, wurde leider nicht gesichtet. "Die kommen erst in der Dämmerung aus dem Wald", so Louis Gellermann (10) aus Altenhagen. Der hat die Tiere schon öfters mit seinem Bruder Hagen (8) beobachtet.

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