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Landeskirche gibt grünes Licht für zehnjähriges Sanierungsprogramm / Buntglasfenster machen den Anfang

Stiftskirche soll ein neues Gesicht bekommen

Obernkirchen (sig). Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Sprichwort trifft jetzt auch auf die dringend notwendigen Reparaturen an den Fenstern der Stiftskirche zu. Die Landeskirche Hannover hat grünes Licht gegeben, dass dieses Projekt nach dem Osterfest gestartet werden kann. Damit läuft ein sich über zehn Jahre hinziehendes Sanierungsprogramm für das historische Gotteshaus an.

veröffentlicht am 27.03.2008 um 00:00 Uhr

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Vor dem ersten der insgesamt fünf Fenster an der Nordseite der Kirche ist ein Gerüst aufgestellt worden. So beginnt eine Testphase, durch die der finanzielle Gesamtaufwand ermittelt werden soll, der sich sonst schwierig vorausberechnen lässt. Der Leiter desörtlichen Bauausschusses der evangelischen Kirchengemeinde, Ralf Schönbeck: "Wenn wir ein Fenster saniert haben, besitzen wir einen genauen Überblick über den Umfang der Arbeiten und den damit verbundenen Finanzbedarf. Das erleichtert die Planung. Sollten wir in diesem Jahr das Vorhaben nicht abschließen können, wird es 2009 fortgesetzt. Immerhin handelt es sich um insgesamt zwölf große und auch einige kleinere Buntglasfenster." Es geht ja nicht nur darum, einzelne Scheiben zu ersetzen und Glasmalereien auszubessern oder zu ergänzen, sondern es müssen zusätzlich umfangreiche Sanierungen vorgenommen werden. Das gilt vor allem für die Sandsteinstreben, die teilweise gerissen sind. Schuld daran sind in erster Linie die eisernen Fassungen, die das Glas in seiner Position halten sollen. Sie sind verrostet und sprengen dadurch den Sandstein. Deshalb sollen sie durch Edelstahl ersetzt werden. Die Gesamtleitung für diese Maßnahmen hat das Amt für Bau- und Kunstpflege der evangelischen Landeskirche in Hannover. Ralf Schönbeck: "Wir haben Ziele, die weit über diese Maßnahme hinausgehen, und deshalb hat der Kirchenvorstand einen zehn-Jahres-Plan erstellt. Er umfasst die Art und den Umfang der weiteren Sanierungsschritte. In jedem Jahr wollen wir ein Stück weiter vorankommen." Als vordringlich bezeichnete er die komplette Erneuerung der elektrischen Anlagen in der Stiftskirche. Dazu wird an einigen Stellen der Sandsteinfußboden aufgenommen, um einen Verbindungskanal zu schaffen vom Kriechkeller zu den Außenwänden. Dort werden dann später Leitungen für Lautsprecher, Steckdosen und anderes mehr verlegt. Das gesamte Kirchenschiff soll mit neuen Leuchten ausgestattet werden.Über einen längeren Zeitraum hin wurden verschiedene Musterexemplare angebracht und ausprobiert. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Noch in diesem Jahr sollen zeitgemäße und Energie sparende Pendelleuchten geordert werden. Erneuert werden ferner mehrere Podeste, auf denen die Kirchenbänke stehen. Auch die Liedertafeln, an denen der Zahn der Zeit sehr genagt hat, stehen vor einem Verjüngungsprozess. Ein Abstellraum wird eine stabile Tür erhalten. Im kommenden Jahr ist außerdem geplant, die Sakristei zu renovieren. Über das "Wie" und den Umfang muss noch beraten werden. Unter der Prieche (das ist die Empore, auf der die Stiftsdamen sitzen) soll ein geschlossener Raum entstehen. Er wird künftig als Stuhllager genutzt. In Eigenleistung werden in der nächsten Zeit die Innenwände gereinigt und Ausbesserungen am Putz vorgenommen. Danach ist ein neuer Anstrich vorgesehen. Für diese Arbeiten werden ehrenamtliche Helfer und Mitstreiter gesucht. Die Einsätze erfolgen in erster Linie an den Wochenenden. Der letzte Anstrich liegt 51 Jahre zurück. Es ist nicht zu verhindern, dass alle diese Maßnahmen zu unterschiedlichen Beeinträchtigungen im Kirchenraum führen. Etliche Bankreihen mussten entfernt werden. Außerdem werden Gerüste und Staubschutzwände angebracht. Umso größer ist aber die Freude, wenn die Kirche im neuen Glanz erstrahlt.



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