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Neues Wärmepumpen-Werk mit Trommelwirbel eingeweiht / 100 neue Arbeitsplätze – weitere 50 in Aussicht

Stiebel Eltron investiert acht Millionen Euro in Holzminden

Holzminden (bs). Eine Eröffnung mit großem Trommelwirbel gefällig? Man nehme: Ein mittelständisches Unternehmen, das sich zu seinem Standort Holzminden bekennt. Eine neues Wärmepumpen-Werk, das es ein einzuweihen gilt. Dazu 400 Gäste und 350 afrikanische Trommeln. Mit viel Trommelgetöse und zwei Ministern weihte Stiebel Eltron gestern Vormittag das neue Wärmepumpen-Werk ein.

veröffentlicht am 06.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Die Landesminister Philipp Rösler (M.) und Hans-Heinrich Sander

Holzminden (bs). Eine Eröffnung mit großem Trommelwirbel gefällig? Man nehme: Ein mittelständisches Unternehmen, das sich zu seinem Standort Holzminden bekennt. Eine neues Wärmepumpen-Werk, das es ein einzuweihen gilt. Dazu 400 Gäste und 350 afrikanische Trommeln. Mit viel Trommelgetöse und zwei Ministern weihte Stiebel Eltron gestern Vormittag das neue Wärmepumpen-Werk ein. „Wir können gar nicht genug trommeln für erneuerbare Energien“, schmunzelte Rudolf Sonnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung, über die musikalische Einsatzbereitschaft seiner Gäste, der sich selbst Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler und Umweltminister Hans-Heinrich Sander nicht entziehen können. Auch sie hauen kräftig mit auf die „Pauke“.

Aus gutem Grund: Nachdem Stiebel Eltron 2007 eine der größten und modernsten Wärmepumpen-Fabrikationen der Welt in Holzminden eingeweiht hatte, war die Produktionskapazität bereits nach zwei Jahren wegen der Wachstumsraten im Bereich der erneuerbaren Energien zu klein geworden. Stiebel baute erneut: Für rund acht Millionen Euro entstand eine 4000 Quadratmeter große Halle, um die Produktion um bis zu 20 000 Einheiten pro Jahr zu erhöhen. Zu den 2007 geschaffenen 200 neuen Arbeitsplätzen kommen 100 weitere hinzu. Und bei positiver Marktentwicklung sind in Holzminden weitere 50 neue Arbeitsplätze denkbar. Mit dem Neubau ist das Unternehmen zum größten und modernsten Wärmepumpenwerk Mitteleuropas gewachsen.

„Leider ist es so, dass in der Wirtschafts- und Finanzkrise viele Unternehmen zu kurzfristig denken und handeln und dadurch Chancen verpassen“, erklärt Sonnemann, dabei sei sicher, „ist die Wirtschaftskrise vorbei, kommt die nächste Energie-Krise bestimmt“, deshalb sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen für erneuerbare Energie und die Sicherung von Arbeitsplätzen. „Wir setzen ein aktives Zeichen und hoffen auf ein großes Echo.“

„Der Verbraucher ist aufgewacht und nimmt die Veränderungen des Klimawandels wahr“, betont Dr. Ulrich Stiebel, Mitinhaber des Holzmindener Unternehmens. Er ist sicher, „die Einweihung der Halle 2 kommt zur rechten Zeit“. Nach den mageren Jahren, die auch Stiebel Eltron durchleben musste, erlebe die Wärmepumpen-Produktion in den letzten Jahren ein durchschnittlich zehnprozentiges Wachstum.

Verkehrsanbindung ist zentrales Problem

„Die Stärke der deutschen Wirtschaft ist ihr Mittelstand“, bestätigt Niedersachsens Wirtschaftsminister Rösler, der die Verwurzelung mit den Menschen in der Region lobt und betont, „jede Förderung, die wir dazugeben, ist richtig und gut investiert und der Stiebel Eltron „politische Kontinuität“ verspricht. Drei Garantien für das Unternehmen und die Region hat er mit im Gepäck: „Wir wissen, dass sich Stiebel Eltron eventuell erweitern will“, meint er mit Blick auf den Bau einer Photovoltaik-Fabrik, für die Stiebel noch Partner sucht. „Wir haben die Förder-Gelder dafür auch weiterhin reserviert.“

Und auch die schlechte Verkehrsanbindung spricht Rösler, der deswegen selbst zu spät in Holzminden angekommen ist, an. „Wir arbeiten daran, sie zu verbessern. Keine Region ist so schlecht angebunden, wie der Landkreis Holzminden.“ Das Land habe fünf Millionen Euro an Planungskosten für die Ith-Untertunnelung und das Verkehrskonzept bis zur B 3 zur Verfügung gestellt. „Die Planungen haben bereits begonnen.“ Schließlich betont Wirtschaftsminister Rösler: „Stiebel lebt vom Export, hat eine Export-Quote von 40 Prozent“, da sei eine Warenkreditversicherung Ausland, wie ehemals die Hermes-Bürgschaft, wichtig. Auf Bundesebene sei eine Initiative gestartet worden, um eine solche Möglichkeit zu aktivieren.



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