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"Música Mallorca": Junge Künstler erfreuen mit Opern-Highlights

Sternstunden im "Curanum"

Bad Nenndorf (dis). Mannigfache Highlights aus der Opernwelt hat "Música Mallorca" in die dicht besetzten Räume der gastgebenden "Curanum-Residenz" gezaubert und damit für außerordentlich gute Stimmung und schöne Nostalgiegefühle gesorgt.

veröffentlicht am 24.03.2007 um 00:00 Uhr

Die Publikums-Sympathie galt einer illustren jungen Musiziergemeinschaft, die unter künstlerischer Leitung von Toyo Masanori Tanaka mit Verve und Talent kleine Sternstunden offerierte. Zum Wohlbehagen trugen aber zudem das geschickt arrangierte Programm und das Ambiente bei. Wenn auch ganz kurzfristig eingesprungen, stellten sich mit der aparten koreanischen Sopranistin Yoo-Ra Lee-Hoff allein wegen ihres markanten, recht weit ausschwingenden Vibratos viele beachtenswerte Momente ein: gleich zu Beginn der Donizetti-Part aus "Don Pasqual" oder das kolorturen-gespickte "Caro nome" aus Verdis "Rigoletto" und nicht zuletzt die heikle Arie der "Königin der Nacht" - jeweils im reizvollen Dialog mit dem Pianisten Michal Miszkiel. Dieser begleitete die anderen Vokalisten genauso feinfühlig und trat in Schumanns "Träumerei" angenehm als Solist in Erscheinung. Bliebe Schuberts letzte Liedschöpfung "Der Hirt auf dem Felsen", deren schwelgerischen Gestus Lee-Hoff traf und vor allem Oliver Klenk mit seinem nuancenreichen, geschmeidigen Klarinettenton, mit dem er vorher bereits in Rossinis "La ran la lera" zu glänzen wusste. Starke Akzente in Sachen warmer, beweglicher Mezzosopran, Optik und Gestik setzte darüber hinaus Kremena Dilcheva in genauso gekonnt wie effektbewusst gestalteten Bravour-Partien aus Rossinis "Barbier von Sevilla", Bizets "Carmen", Glucks "Orpheus und Eurydike" sowie Mozarts "Figaro". Dann gab es noch Norman D. Patzke, der wegen seiner Schaumburger Herkunft Heimatbonus besaß und Zuhörer aus dem ganzen Kreis neugierig gemacht hatte. Mit vollem, strahlkräftigen Bariton rückte er Perlen wie Bizets "Auf in den Kampf", "Ein Mädchen oder Weibchen" aus der "Zauberflöte" und Lortzings "Sonst spielt ich mit Zepter" ins rechte Licht und spürte zusammen mit der charmanten Mezzosopranistin wirkungsreich Rossini-Bonbons aus dem "Barbier" nach. Für den langen Beifall spendierten die Interpreten eine lustige Mozart-Zugabe aus "Don Giovanni".

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