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Gericht weist Berufung des Naturschutzbunde gegen Bau einer "Fischfabrik" im Landschaftsschutzgebiet zurück

Steinhuder Meer: Fischereibetrieb darf gebaut werden

Hagenburg (kcg). Die Emdener Firma Endjer, seit 1998 Hauptpächter für die Fischerei am Steinhuder Meer, darf einen Binnenfischereibetrieb im Landschaftsschutzgebiet in unmittelbarer Nähe des Hagenburger Kanals bauen. Das haben die Richter des Oberverwaltungsgerichtes in Lüneburg entschieden.

veröffentlicht am 15.01.2008 um 00:00 Uhr

Am Schild, das den Bau des Fischereibetriebs ankündigt, nagt der

Das Gerichtsurteil ist vor erst der Schlusspunkt eines sichüber Jahre hinziehenden Rechtsstreites zwischen dem Landesverband Niedersachsen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und dem Landkreis Schaumburg. Der Nabu hatte 2003 erstmals Klage beim Verwaltungsgericht Hannover gegen den Landkreis Schaumburg erhoben, um die von diesem 1998 erteilte Baugenehmigung und die landschaftsschutzrechtliche Genehmigung für den Fischereibetrieb Endjer aufzuheben. Der Bau des in seiner Fläche 475 Quadratmeter großen Betriebsgebäudes auf einer insgesamt 831 Quadratmeter großen befestigten Fläche mitten im Landschaftsschutzgebiet verstößt nach Angaben des Nabu gegen den Grundsatz der größtmöglichen Schonungvon Landschaft und Natur und zerstört bestehende Schutzgebiete für die Nachwelt. Nachdem das Gericht die Klage 2004 abgewiesen hatte, legte der Nabu Berufung ein, die jetzt vom Oberverwaltungsgericht zurückgewiesen wurde. Dabei wurde dem Nabu die Möglichkeit eingeräumt, binnen einer Frist, diein zwei Wochen ausläuft, Beschwerde gegen das Urteil einzulegen. "Wir sind davon ausgegangen, dass die erste Entscheidung des Gerichts bestätigt wird", so Klaus Heimann, Sprecher des Landkreises. "Auch für uns war der Fall problematisch, und wir haben versucht, die Vorgaben für den Bau so weit es geht an die landschaftlichen Gegebenheiten anzupassen." So hat der Landkreis der Firma Endjer vorgeschrieben, die Bauhöhe des Betriebsgebäudes von neun auf acht Meter zu reduzieren. Ein rotes Ziegeldach und rote Klinker sowie die Bepflanzung des Grundstücksrandes mit Hecken und heimischen Hölzern gehören ebenfalls zu den Bauauflagen. "Das Urteil führt dazu, dass wieder ein Stück Natur verlorengeht, weil der Landkreis mit der Erteilung der Baugenehmigung kein Interesse gezeigt hat, die schützenswerte Landschaft zu erhalten", sagte Eckhard Seidel vom Nabu Sachsenhagen. "Zwar sind wir auf der formal-juristischen Ebene gescheitert, konnten aber immerhin erreichen, dass der Fischereibetrieb seit fast zehn Jahren nicht bauen konnte." Ob es für eine Beschwerde gegen die Gerichtsentscheidung erfolgversprechende Ansätze gibt, werde derzeit geprüft, so Seidel. "Die Sache ist einfach zu wichtig, als dass wir jetzt einfach aufgeben." Mit einem schnellen Baubeginn rechnet indes Bauherr Reemt Endjer nicht. "Wir warten ab, was sich in den nächsten zwei Wochen ergibt. Tatsächlich mit dem Bau loslegen können wir schließlich erst, wenn der Nabu nicht versucht, das Urteil durch eine Beschwerde bei Gericht anzufechten."



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