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Steingärtendebatte – eine Gegenthese

„Mindermeinung Achenbach“ hieß es an der Uni Osnabrück. Dort studierte ich vor gefühlten hundert Jahren Rechtswissenschaften und brachte es nach drei Semestern zum gesch. jur. (gescheiterter Jurastudent).

veröffentlicht am 05.04.2019 um 00:00 Uhr

Blaukissen und Hunderte Möglichkeiten mehr: In Steingärten blüht es fantastisch! Foto: ey
Jens Meyer

Autor

Jens Meyer Leiter Redaktion PR- und Sonderthemen zur Autorenseite
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Immerhin: Andere brauchten dafür länger. Nun, jedenfalls handelte es sich bei Achenbach um einen Prof, der – ich meine, es war im Bereich des Strafrechts – zuweilen vehement eine andere Position vertrat, als die üblich vorherrschende. Ich erinnere mich gerade deshalb an ihn, weil ich es vorziehe, eine „Mindermeinung Meyer“ auszuformulieren, wenn ich an die Debatte über die vermeintlich schlimmen Steingärten in Hameln denke, die vor einigen Wochen auch von unserer Zeitung vom (Garten)-Zaun gebrochen worden war. Im Kern durchaus mit Berechtigung, aber ich sehe das differenzierter, und es ist nun der Zeitpunkt gekommen, mit einer Gegenthese neue Denkanstöße solchen Geröllheimern zu geben, die von einem Steingarten sprechen, aber einen Haufen Steine meinen – um en passant darauf hinzuweisen, dass es im Steingarten mehr Blütenjubel geben kann als im gemischten Staudenbeet.

Denn wenn das Blaukissen (Aubrieta) im Frühling zwischen Schotter, Kies und Findlingen hervorbricht, gibt es für Hummeln und Bienen kein Halten mehr. Vielzählig sind die Aubrieta-Hybriden, und alle blühen sie spektakulär. In den (Sommer-)Staudenbeeten ist zu diesem Zeitpunkt noch tote Hose. Dieses Entflammen im Steingarten ist ja aber erst der Anfang. Natürlich gehören Ziergräser dort hinein, deren Blüten für bestäubende Insekten keine Rolle spielen, aber sie sind ohnehin nur die Weichzeichner für Hauswurz, Mutterkraut, Schafgarbe, Bartfaden, Schleifenblume, Mauerpfeffer, Mittagsblume, Katzenminze und Lavendel, Lavendel, Lavendel. Die blühen alle! Sie blühen viel, früh im Jahr, ausdauernd und bis zum Herbst gut aufeinander abgestimmt.

Nichts spricht gegen einen Steingarten. Ich lasse mich sogar dazu hinreißen zu behaupten, dass die aktuelle Debatte großer Quatsch ist, weil darin Standortbedingungen bislang gar nicht berücksichtigt wurden. Ob ein Areal sonnig oder schattig liegt, ist aber ein entscheidender Faktor; schattig gelegen wird’s für klassische Blütenstauden nahezu unmöglich, zum Zenit zu gelangen. Das muss man bedenken.

Ich habe nichts gegen eine blühende Stadt, im Gegenteil. Deshalb lautet meine Gegenthese: Legt Steingärten an, anstatt in Grautönen zu diskutieren.

Jens F. Meyer

j.meyer@dewezet.de



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