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"Fröhliche Inszenierung gegen politische Verklemmungen": Wahlkampf-Kabarett mit Ulrich Reineking und Volker Buck

Steinbergen lacht sich durch die Abgründe der Politik

Steinbergen/Rinteln (crs). Wahlkampf? Fehlanzeige. So friedlich, so harmonisch, so einig wie am Sonntagabend beim vorgezogenen "Politischen Aschermittwoch" im Steinberger Hof haben sich CDU und SPD selten präsentiert. Wahlkampf um jeden Preis muss hier nicht sein, die Steinberger lachen sich lieber gemeinsam durch die Abgründe der Politik. Eine "fröhliche Inszenierung gegen politische Verklemm ungen" haben Ulrich Reineking und Volker Buck gut 50 Gästen beim Wahlkampf-Kabarett geboten.

veröffentlicht am 08.01.2008 um 00:00 Uhr

"Siebzehn Jahr, blondes Haar...": Inbrünstig besingen Volker Buc

Reineking, der sich selber aus gebotener Neutralität gleich zu Beginn "dieselbe Ferne zu allen staatstragenden Parteien" bescheinigte, nahm in seinem "Rhetorik-Seminar für Abgeordnete" Worthülse um Worthülse aufs Korn, beschwor gemeinsam mit dem stimmgewaltigen Volker Buck an der Gitarre beinahe kölsche Karnevalsstimmung herauf, weckte Erinnerungen an alte Konzertzeiten im Berghotel und legte sich beim inbrünstig gesungenen "17 Jahr, blondes Haar..." der langhaarig-blonden Steinbergerin Monika Berlitz beinahe zu Füßen. Reichlich Häme und Seitenhiebe gab es selbstverständlich auch, in Richtung Erlebniswelt Renaissance und natürlichStadthagen: "Das Gute an Stadthagen? Es gibt einen Bahnhof, über den man die Stadt verlassen kann..." Auch die beiden Direktkandidaten Volker Brockmann (SPD) und Otto Deppmeyer (CDU), die sich - so viel Wahlkampf durfte dann doch sein - in der Pause kurz vorstellten, sprangen gerne auf den Kabarett-Zug mit auf. So betonte der Hemeringer Deppmeyer angesichts zweier Auftritte des Duos Reineking/Buck in Hessisch Oldendorf die "guten Verbindungen" der beiden früheren Grafschaft-Städte: "Wir müssen Sie immer noch ernähren." Und Brockmann wünschte allen Anwesenden ein erfolgreiches Jahr 2008 - "und das wünsche ich mir selbst gleich zu Beginn auch..." Eine schöne Veranstaltung, rundum. So kriegt man den Saal auch auf den Dörfern voll, so macht Wahlkampf richtig Spaß. "Uns geht es gemeinsam um die Arbeit im Dorf", bedankten sich die beiden Parteichefs Hans-Gerd Depping und Thomas Nähring am Ende unisono. "Wir wollen nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten." Das Beste daran: Man nimmt es ihnen ab.

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