weather-image
27°
Versammlung der Bürgerinitiative erteilt Sprecherteam Auftrag / Spekulationen über Aussage des Hochwasser-Gutachtens

Steinanger: Einstimmiges Votum für Bürgerbegehren

Rinteln (crs). Die Bürgerinitiative gegen den Verkauf des Steinangers geht ihren Weg konsequent weiter. Einstimmig haben die rund 40 anwesenden Mitglieder am Freitagabend dem Sprecherteam um Dietrich von Blomberg, Antje Rinne und Jürgen Evers den Auftrag erteilt, ein Bürgerbegehren in die Wege zu leiten. Mit dem Zusatz "zu gegebener Zeit" - abgewartet werden soll insbesondere das Hochwasser-Gutachten, das ein Bürgerbegehren unter Umständen unnötig macht.

veröffentlicht am 23.04.2007 um 00:00 Uhr

Überhaupt nahm dieses Gutachten - das ja noch gar nicht abgeschlossen ist - bei der Diskussion breiten Raum ein. Spekulationen über dessen Aussage gab es etliche: WGS-Ratsherr Gert Armin Neuhäuser vermutete eine Verschlechterung der Hochwasser-Situation, die durch Abgrabungen an anderer Stelle zu kompensieren sei; Ehrenbürgermeister Friedrich-Wilhelm Hoppe verwies darauf, dass der Steinanger auf einer Höhe mit der Bebauung zum Beispiel an der Drift liege: "Wenn es hier Hochwasser-Probleme gibt, dann sind die Fehler schon früher gemacht worden." Wenn das Hochwasser-Gutachten die Sache erledige, warum dann überhaupt noch ein Bürgerbegehren, stellte von Blomberg als Frage in den Raum: "Aber wir wollen in der Vorderhand bleiben, auf keine Freundlichkeiten hoffen", blieb er bei einer kämpferischen Haltung. "Am liebsten würde ich sagen: Ich begrüße Sie zur Versammlung der vernünftigen Menschen", hatte Jürgen Evers zuvor seine Mitstreiter in Sachen Steinanger willkommen geheißen. Dietrich von Blomberg blickte auf die rund viermonatige Entwicklung der "größten Bürgerinitiative in der Geschichte der Stadt" zurück: 3488 Unterschriften gegen den Verkauf des Steinangers habe die Bürgerinitiative gesammelt und dabei eine "klare Mehrheitsmeinung in der Stadt abgeholt". Die so entstandene "Unruhe" in der Steinanger-Frage wertete von Blomberg als "produktiv und richtig". Aus dem Gespräch des Sprecherteams mit Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz schilderte von Blomberg seinen persönlichen Eindruck: "Die Verwaltungsspitze weiß, dass dieses Vorhaben keine inhaltliche Mehrheit findet." Auf Einladung der Bürgerinitiative äußerte sich auch Friedrich-Wilhelm Hoppe detailliert zu den Steinanger-Plänen, ausdrücklich aber nicht in seiner Funktion als Ehrenbürgermeister, sondern als "interessierter Bürger, der seit siebzig Jahren in der Stadt lebt". Ob die Steinanger-Bebauung gut für die Entwicklung der Stadt sei, bezweifelte er: "Rinteln wird zu einem Potemkinschen Dorf", mahnte er, "rundum schöne Fassaden - und keiner wohnt dahinter." Bei rund 400 leer stehenden Wohnungen befürchtete er eine Wohnraum-Verlagerung innerhalb der Stadt und sprach sich abermals für einen Kompromiss aus, nur einen Teil des Steinangers zu bebauen. Deutliche Kritik richtete Hoppe zudem an die Adresse der Vereine und deren "Forderungen in unverschämter Höhe": Die Vorsitzenden selber hätten es versäumt, etwas für die Vereinsheime zu tun. "Ich wehre mich, die Vereine aus ihrer Verantwortung zu entlassen."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare