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Pfarrer mahnt in Weihnachtspredigt Selbstvertrauen an / In den Kirchen gibt's kaum noch freie Plätze

"Steht zum ,Stallgeruch' der Christen!"

Bückeburg. "Und siehe, Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Sohn Gottes." Die frohe Botschaft aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 2, erklang zu Weihnachten in zahlreichen Kirchen Bückeburgs. Bei der Stadtkirchengemeinde waren die jüngeren und jüngsten Gottesdienstbesucher drei Mal eingeladen: In der Jetenburger Kirche gab es eine Kindervesper für Drei- bis Fünfjährige sowie einen weiteren Gottesdienst für die Jüngsten bis drei Jahren.

veröffentlicht am 27.12.2007 um 00:00 Uhr

Krippensingspiel in der Stadtkirche.

Autor:

Johannes Pietsch

Das Krippensingspiel fand bei der Christvesper in der Stadtkirche statt. Auch dort war kaum ein freier Platz zu finden, als der Kinderchor unter Leitung von Kai Kupschus und die jungen Darsteller der Stadtkirchengemeinde vor dem Altar die berühmteste Geburtsgeschichte der Welthistorie inszenierten und dabei sogar auf humorvolle Konnotationen nicht verzichteten: "Ein Engel hat uns den Weg gezeigt", berichteten die Hirten den Weisen aus dem Morgenland. "Eine parapsychologische Erscheinung - hochinteressant", kommentierte ein Sterndeuter. Pastorin Anne Riemenschneider verwies auf die sozialen Unterschiede der Menschen, die als erste den neugeborenen Christus besuchen: "An der Krippe ist für alle Platz. Gott kommt zu uns allen in das Dunkel unseres Lebens." Zum neunten Mal trafen sich am Abend vor der Christmette in der Stadtkirche Angehörige der Stadtkirchengemeinde, um das Friedenslicht aus Bethlehem in die Katholische Kirche St. Marien zu tragen und eine Weile dort dem Gottesdienst beizuwohnen. Erstmalig trug dabei Pastor Wieland Kastning das Friedenslicht. Pfarrer Matthias Ziemens spann in seiner Weihnachtspredigt den Faden vom Geruch im Stall von Bethlehem zum "Stallgeruch der Christen" als einem Stehen zu den eigenenÜberzeugungen, zum eigenen Glauben. "Wenn wir als Christen ins rein Private abgleiten, uns aus der Öffentlichkeit zurückziehen, so dass unser Christsein niemand mehr sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen kann, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir in eine nebulöse Religiosität abgleiten." Kernproblem der Kirche in der heutigen Zeit sei nicht der Rückgang der Gläubigenzahl, sondern Mangel an Selbstvertrauen und Kommunikation: "Glaubensüberzeugungen werden zum neuen Tabu in der Gesellschaft, weil sich selbst engagierte Christen schwer tun, über ihren Glauben zu sprechen." Anschließend begaben sich viele katholische Gemeindemitglieder zur spätabendlichen Evangelisch-Lutherischen Christmette in der Stadtkirche.

Pastor Dr. Wieland Kastning (r.) bringt das Friedenslicht aus Be
  • Pastor Dr. Wieland Kastning (r.) bringt das Friedenslicht aus Bethlehem zu Pfarrer Matthias Ziemens (l.) in die Katholische Kirche St. Marien. Foto: jp
Die mit Kerzen stimmungsvoll erleuchtete Stadtkirche vor der abe
  • Die mit Kerzen stimmungsvoll erleuchtete Stadtkirche vor der abendlichen Christvesper.

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